Sucuk mit Bratkartoffeln

Oder: Long time no see, cutie!

An dieser Stelle muss ich meine eigene Regel leider brechen und dem Tapas April fremd gehen. Ich KANN euch diese Kreation einfach nicht bis Mai vorenthalten. Wieso auch? Kurz bevor ich vegan geworden bin habe ich das erste und letzte Mal Sucuk gegessen. Das dürfte nun in etwa 7 oder 8 Jahre her sein. Dementsprechend dunkle, verschleiert und Mau ist meine Erinnerung also an den Geschmack. Ich erinnere mich an Fett, Fett, Fett und Knoblauch. Das klingt ja erstmal nicht schwer, aber unterm Strich ist das leider nicht alles. Dann könnte man ja auch einen Tofublock mit Knoblauch und Öl überschütten und wär glücklich. Aber wer mich kennt weiß, dass da für mich das Denken einfach nicht endet! Nachdem ich am Wochenende eine (für mich) perfekte Chorizo gezaubert habe und noch Seitan Fix übrig hatte war der nächste logische Schritt einfach der in Richtung  vegane Sucuk…

 

 

In meinem Beitrag zu meinen Simit hatte ich ja bereits meinen bezaubernden “Nachbarn” erwähnt – Muhammad aka. Mo, dem der Kiosk nebenan gehört. Ich bat ihn bei seiner Familie doch mal in Erfahrung zu bringen was so alles in Sucuk drin steht und ich glaube das hat den Geschmack meiner veganen Sucuk echt gerettet. Im Tausch gegen eine Portion des Ergebnisses brachte er mir am nächsten Tag eine Liste mit Gewürzen – nur die Dosierung der einzelnen Sorten war unklar, also habe ich mich ans Schrauben gemacht. Beim ersten Versuch war das Brät perfekt, zumindest im rohen Zustand. Gegart war die vegane Sucuk uns beiden – also mir UND Mo – zu trocken und noch zu wenig Knoblauchlastig. Beim zweiten Versuch war das schon besser. Das Urteil meines sehr kritischen Testers?

Schmeckt nicht wie eine gekaufte Sucuk – also die, die die meisten kennen werden – aber ist erschreckend nah an einer hausgemachten von anne. 

Mehr wollte ich doch gar nicht! Und deshalb kann ich das Ergebnis einfach nicht unter Verschluss halten. Was für ein Mensch wäre ich denn dann?! Für dieses Rezept habe ich mal wieder eine Menge meiner geliebten geräucherten Paprika* verwendet. Wichtig ist, dass man wirklich AUCH Paprikamark nutzt und nicht nur Tomatenmark! Dieses bekommt man in türkischen Supermärkten. Außerdem verwendet habe ich Seitan Fix* (Weizenkleber/Gluten in Pulverform) und eine Menge hochwertige Gewürze.

Sucuk


Ergibt: 3 Würste
Zutaten
  • 200 Gramm Seitan Fix
  • 90 ml Wasser
  • 120 ml Olivenöl
  • 2 EL Tomatenmark
  • 1 EL Paprikamark
  • 1 Knolle Knoblauch, ca. 60 Gramm
  • 1 EL geräucherte Paprika
  • 1 EL süße Paprika
  • 1 TL Piment
  • 1 TL Kreuzkümmel
  • 1 EL Pfeffer
  • 1 TL Salz
Anleitung
  1. Alle trockenen Zutaten (Seitan Fix und pulvrige Gewürze) werden in einer Schüssel gut vermengt.

  2. Paprikamark, Tomatenmark, Knoblauch, Olivenöl und Wasser in einem Mixer zerkleinern/vermengen und zu den trockenen Zutaten geben. Das Ganze zügig zu einem Teig kneten!

  3. Den Teig dritteln und jeweils auf ein etwa 40cm langes Stück Frischhaltefolie legen. Das Ganze längs einrollen und die Enden so lange eindrehen, bis eine kompakte Wurst entsteht. Die Enden zuknoten.

  4. Zur Sicherheit kann man die Wurst nun nochmal in Folie einwickeln und alles mit Klammern fixieren. So ist man zu 100% sicher, dass kein Wasser beim garen an die Wurst kommt. 

  5. In einem großen Topf die Würste mit 3 Liter Wasser zum kochen bringen und das Ganze bei mittlerer Hitze und geschlossenem Deckel 40 Minuten köcheln lassen. Anschließend den Topf vom Herd nehmen und weitere 40 Minuten ziehen lassen. 

  6. Die Wurst kann nun von der Folie befreit werden und sollte noch eine Nacht ziehen. 

  7. Richtig perfekt wird das Ganze, wenn man sie am nächsten Tag nochmal in ordentlich Olivenöl frittiert/brät.

 


Da viele mich fragten wie man die Frischhaltefolie ersetzen kann: am einfachsten wäre es Backpapier zu nutzen. Dieses mit Gummis an den Enden fixieren und das Ganze dann etwa 2 Stunden im Dampfgarer garen!

Für die Bratkartoffeln samt Ei habe ich Kala Namak* eingebaut – wirklich unabdingbar für den Ei Geschmack! Für zwei Portionen benötigt ihr neben einer der Sucuk Würste eine große Zwiebel und fünf bis sechs mittelgroße Kartoffeln. Die Zwiebel wird gewürfelt und zusammen mit der Sucuk in etwas Öl gebraten bis alles kross und goldig ist. In der Zwischenzeit werden die Kartoffeln in Scheiben geschnitten und für 5 Minuten gekocht – sie sollten nicht komplett weich sein! Die Kartoffeln mit in die Pfanne geben und alles kross braten. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Für das Ei werden ein EL Stärke, zwei EL Kichererbsenmehl*, eine Messerspitze Kurkuma und ein TL Kala Namak vermengt. Die Mischung wird dann in Klecksen über die Kartoffeln gegeben. Alles noch einmal schwenken und mit frischen Tomaten servieren.