Selbstgemachtes Peeling

Wenn Geiz und Nachhaltigkeit sich vereinen 

Vor einiger Zeit hatte ich mich eingehend mit Mikroplastik beschäftigt – ich möchte hier jetzt kein Fass auf machen oder mit erhobenem Zeigefinger dagegen angehen, denn das kennt man von mir nicht. Das wird sich auch heute nicht ändern. Dennoch ist auch dieses Problem eines, das uns alle was angeht – denn mit jedem “falschen” kauf sorgen wir dafür, dass mehr und mehr Plastik in den Kreislauf gelangt. Mikroplastik gelang beispielsweise über unsere Waschbecken in die Meere. Dort zieht es Giftstoffe an und wird schlussendlich von Tieren gefressen. Es wurde in Seehunden, Fischen, Muscheln und kleineren Organismen nachgewiesen. Diese nehmen es nicht nur über die Nahrung, sondern auch passiv aus ihrer Umgebung auf. Eine große Gefahr für die Umwelt und unterm Strich auch ein wichtiges Thema, wenn es um Tierschutz geht. Es hat echt lange gedauert bis ich selbst begriffen habe was es bedeutet, wenn unsere Meere vergiftet sind. Das fängt schon beim Meersalz an, welches man ggf. zum kochen nutzt… 

In Kosmetika findet nicht nur partikuläres Mikroplastik Verwendung, sondern auch andere synthetische Kunststoffe. Das beste Beispiel hierfür sind fertige Peelings! Jahrelang habe ich ein und das selbe Peeling gekauft und nicht drüber nachgedacht, dass auch hier Stoffe enthalten sein könnten, die der Umwelt und den Tieren schaden. Einmal auf die Inhaltsstoffe geblickt fiel mir direkt ACRYLATES/C10-30 ALKYL ACRYLATE CROSSPOLYMER ins Auge. Mikroplastik! Also stieg ich auf ein Produkt einer Naturkosmetik Firma um – im guten Glauben, dass dieses Produkt ja nun mal “natürlich” sei und stelle wenig später fest, dass ich im Grunde auch hier nicht sicher bin vor synthetischem Rotz. Mal im Ernst – wer versteht dieses Fachgeschwafel eigentlich? 


Aqua, Glycine Soja Oil*, Alcohol*, Glycerin, Glyceryl Stearate Citrate, Cetearyl Alcohol, Myristyl Myristate, Butyrospermum Parkii Butter*, Silica, Olea Europaea Fruit Oil*, Parfum**, Tocopheryl Acetate, Actinidia Chinensis Seed Extract, Vaccinium Macrocarpon Fruit Extract, Rosmarinus Officinalis Leaf Extract, Helianthus Annuus Seed Oil, Xanthan Gum, Olus Oil, Tocopherol, Linalool**, Sodium Hydroxide, Alcohol, P-Ansic Acid, Limonene**

Einzig die Stoffe mit einem * sind natürliche Stoffe – der Rest ist auch bei der vermeintlichen NATURkosmetik synthetisch produziert. Ich musste erst alle Begriffe googlen um das zu kapieren. Klar, dieses Produkt ist vegan – aber am Ende ist das eben auch nicht das einzige auf das ich persönlich achten möchte. Bei meiner Ausbildung als Stylistin habe ich auch einige Fortbildungen bei einer Kosmetikerin machen dürfen, die mir relativ zügig sagte, dass man immer drauf achten sollte Produkte ohne Alkohol zu kaufen – vor allem, wenn man empfindliche Haut hat. Alkohol trocknet aus und reizt die Haut. Wieso zur Hölle findet man es dann direkt DREIFACH in so einem Pflegeprodukt? Witzigerweise enthielt das Produkt mit Mikroplastik dafür immerhin keinen Funken reinen Alkohol. Und Parfum fand man in beiden. Echt jetzt? Dieses stammt bei der Naturkosmetik zwar aus ätherischen Ölen, aber sinnvoll ist es doch auf keinen Fall…

Also war auch dieses wunderbare Peeling für mich Geschichte. Neben Peelings enthalten beispielsweise auch Zahncremes sehr häufig Mikroplastik. Hier bin ich schon vor langer Zeit auf eine selbstgemachte umgestiegen, aber auch beim Peeling bin ich diesen Schritt nun gegangen und muss sagen, dass ich mit meinem selbstgemachten viel besser zurecht komme. Ein weiterer Vorteil: ich weiß zu 100% was drin ist! Ich sage an dieser Stelle dazu: ICH komme damit zurecht. MEINE Haut ist dadurch besser geworden. Ich bin weder Chemiker, noch Kosmetikerin noch Ärztin. Ich habe mich über die Stoffe die ich verwende informiert und bin zu dem Schluss gekommen, dass ihre Eigenschaften und Wirkungen eine gute Kombination für MEINE Haut darstellt. Ihr könnt mein Rezept natürlich gerne austesten, habt dabei aber bitte immer ein Auge auf die Zutaten und lasst welche weg, falls ihr wisst, dass ihr sie ohnehin nicht vertragt! 

 

 

In mein Peeling finden folgende Dinge ihren Weg: 

  • 3 gehäufte EL grob gemahlener Kaffee 
  • 1cm frischer Kurkuma*, gerieben 
  • 1 Knoblauchzehe, gepresst 
  • 3-4 EL geschmolzenes Kokosöl*
  • 1 TL Salz 
  • Optional: 1 TL Agavensirup

Das alles wird zusammen gerührt und in einem Glas (ich nutze ein kleines Mason Jar von Lieblingsglas), im Kühlschrank gelagert. Ich trage die Mischung meist als Maske auf, lasse sie während des duschens einwirken und schrubbe danach mein Gesicht damit ab. Das mache ich ein- bis maximal zweimal die Woche – je nachdem wie schuppig und trocken meine haut aufgrund der Umwelteinflüsse gerade ist. Wieso ich diese Stoffe nutze begründe ich euch natürlich auch gerne, damit ihr die Wirkung nachvollziehen könnt. 

Kaffee – treibt durch das enthaltene Koffein die Zellerneuerung an. Außerdem ist Kaffee ein natürliches Antioxidans und schützt somit die Haut vor freien Radikalen. Grob gemahlen ist er der Hauptbestandteil des Peeling und trägt tote Hautschüppchen ab. 

Kurkuma – wirkt entgiftend und wie Kaffee ebenso antioxidativ. Die entzündungshemmenden und schmerzlindernden Eigenschaften sind perfekt für sensible Haut und machen das Peeling um einiges angenehmer. Aus den selben Gründen findet Kurkuma auch Verwendung in der goldenen Milch – die zur Stärkung des Immunsystems beiträgt! 

Knoblauch – ist wieder ein antioxidativer Stoff und schützt somit die Haut. Durch die Schwefelverbindungen im Knoblauch wird die Haut entgiftet und die Durchblutung verbessert. Knoblauch ist meine persönliche Geheimwaffe gegen Hautunreinheiten. Zeigt sich ein Pickel lege ich über Nacht eine dünne Scheibe Knoblauch drauf, die ich mit einem Pflaster fixierte. Spätestens nach zwei Tagen ist das Monster weg. 

Kokosöl – ist antibakteriell und beinhaltet viele Aminosäuren, Vitamine und Spurenelemente. Durch die enthaltene Laurinsäure hilft es im Kampf gegen Bakterien, Viren und andere Keime und ist somit ebenso ein gutes Mittel gegen kleine Hautunreinheiten. Zusätzlich spendet es trockener Haut viel Feuchtigkeit.

Salz – wirkt antibakteriell und entzündungshemmend. In Verbindung mit Fett (in diesem Fall Kokosöl) sorgt das Salz dafür, dass die Hautzellen die Feuchtigkeit besser aufnehmen und speichern können.

 

 

Die Kombination dieser 5 Stoffe ist für mich die perfekt Pflege, da ich zu trockener, empfindlicher Haut mit einigen Unreinheiten neige. Agavensirup ist nur da um das Peeling etwas geschmeidiger zu machen – ich gebe ihn aber eher selten dazu. Um meine Haut vor dem Peeling zu reinigen nutze ich ebenso kein gekauftes Gesichtswasser sondern Essig. Diesen gebe ich auf ein Wattepad und reinige damit zuvor das gesamte Gesicht. Um auch hier meinen Müll zu reduzieren bin ich vor gut 8 Monaten auf waschbare Wattepads umgestiegen. Diese Wasche ich dann einmal die Woche in einem kleinen Baumwollbeutel. Die Pads kann man entweder selbst aus fusselfreier Baumwolle häkeln oder online* kaufen. Früher hatte ich in der Woche etwa 10 Wattepads in Gebrauch, während es heute 7 im ganzen Jahr sind. Das kann sich doch sehen lassen, oder?