Mr. & Mrs. Watson 

Ein gastronomischer Himmel mitten in Amsterdam!


Da mich immer wieder Menschen fragen ob ich mit meinen Reviews und Empfehlungen Geld verdiene, führe ich ab sofort diesen “Selbst Bezahlt”-Button ein. Ich möchte mir nicht nachsagen lassen, dass meine Meinung käuflich ist und hiermit merkt ihr hoffentlich ziemlich zügig, dass ich sehr wenig Werbung hier schalte. Diesen Restaurantbesuch habe ich komplett selbst bezahlt und niemand wusste wer ich bin. So ist die Bewertung nämlich am ehrlichsten und besten. Also, los geht’s! 


 

Ich werde ja nie müde es zu wiederholen 
Allen Worten und Wertungen voran möchte ich euch nochmal daran erinnern und damit betonen, dass diese Review hier MEINE persönliche und damit durchweg subjektive Meinung wiedergibt! Jeder Mensch nimmt Dinge anders wahr, deshalb lasst euch von meinen Reviews bitte niemals davon abhalten – oder gar dazu genötigt fühlen – etwas zu erwerben oder ein Restaurant zu besuchen, nur weil ich keine Freudentränen (oder eben doch) verdrückt habe! 

Letzte Woche war ich mit meiner besten Freundin für drei Tage in Amsterdam. Relativ zügig kristallisierte sich heraus, dass Amsterdam in allen Belangen teurer ist als alle anderen Orte in den Niederlanden oder hierzulande. Selbst für einen Kaffee to go in einem kleinen Café berafft man so viel, wie man es hier nur von Starbucks gewohnt ist. Wir hatten drei wirklich tolle Tage und haben an allen Ecken und Enden umfangreich geschlemmt. Bei unseren Tagestouren haben wir überteuerte (Ja, sogar für Amsterdamer Verhältnisse) oder ziemlich unfreundliche Orte besucht, aber es gab durchaus auch positive Besuche! Einige waren eher enttäuschend, da man irgendwie mehr erwartet hatte – und andere waren den langen Fußmarsch nicht wert. Am letzten Tag landeten wir dann endlich bei Mr. & Mrs. Watson – eigentlich wollten wir schon einen Tag zuvor dort frühstücken, leider dachten sich die öffentlichen Verkehrsmittel, dass ausfallen viel schöner wäre. Als wir es am letzten Tag dann in dieses gemütliche Lokal geschafft hatten, waren wir beide ziemlich enttäuscht, dass wir die anderen zwei Tage nicht auch dort verbracht hatten. Mr. & Mrs. Watson hat allen bisherigen Lokalen, die ich besucht habe, die Krone aufgesetzt und bekommt deshalb auch als erste Review jemals noch ein + dazu! Keiner der anderen Spots in Amsterdam ist SO erwähnens- und besuchenswert! Ich bin schon jetzt sehr traurig, dass ich wohl leider nicht häufiger dort sein kann.

 

Mein Gesamtfazit: ★★★★★+

Im Detail bedeutet das:

 

Angebot: ★★★★★

Bei Mr. & Mrs. Watson gibt es zwei Karten – von 11:30 Uhr bis 16:00 Uhr gibt es Lunch, danach bis 22:00 Uhr Dinner. Wir waren zum Lunch da! Die Karte bietet alles was das morgendliche oder mittagliche Herz begehrt. Seien es nun Flapjacks, also süße Speisen, oder eine frische Quiche, Sandwiches, Suppen oder Salate. Zusätzlich gibt es Dessert wie Tiramisu, Brownies, den typischen holländischen Apfelkuchen oder Rohkostkuchen. Beim Dinner kann man wählen zwischen einem ganzen Menü oder einzelnen Speisen. Hier hat man dann die Wahl zwischen Burger, Galette, einem Käsefondue oder dem wechselnden Special. Zusätzlich gibt es Curry, Chili und eine hausgemachte Käseplatte – auch Abends bietet die Dessertauswahl für jeden was. Alles in allem ist die Karte zwar sehr übersichtlich, bietet aber für jeden Geschmack das richtige! Die Auswahl ist sehr exquisit und gehoben – hier bekommt man zwar auch einfach Pommes, aber eben nicht nur. Die Limonaden macht das kleine Lokal komplett selbst und frisch. Außerdem gibt es eine gute Auswahl an Spirituosen und diversen Kaffeespezialitäten. Irgendwie bleibt hier kein Wunsch offen! 

 

Geschmack: ★★★★★+

Hier ist das erste Plus in der Einzelbewertung. Ich kann einfach nicht anders! Wir sind extra wegen der hausgemachten Käseplatte durch halb Amsterdam zu Mr. & Mrs. Watson getigert – vor Ort stellten wir dann schockiert fest, dass sie nicht auf der Lunch Karte stand. Unserem anfänglichen Schock nahm man dann aber schnell den Wind aus den Segeln: die Käseplatte gibt es IMMER. Ein Glück! Ich bin offen gestanden gar kein Fan von solchem veganen Käse, da ich auch früher schon Camembert, Brie, Roquefort und Co. nicht wirklich mochte. Waren mir immer schon zu herb. Solvejg hatte die Käseplatte (Leider hab ich sie viel zu spät geknipst – das Foto seht ihr unten.) und ich habe nur probiert. Obwohl ich kein Fan von sowas bin, schmeckte das Zeug wie ein Stück vom Paradies. Allein die Tatsache, dass sie DAS selbst produzieren ist der Hammer und wird vom Geschmack nur getoppt! Ich hatte zum Frühstück das Sandwich’n’Egg – ein frisches Sauerteigbrot mit hausgemachter Mayonnaise und Eiersalat on top. Ich war etwas enttäuscht, dass ich danach schon zu satt war für ein zweites davon! Glücklicherweise hat noch ein Stück des klassischen Apfelkuchens gepasst. Serviert wurde er leicht warm, mit veganer Sahne – gerade bei Kuchen bin ich echt kritisch, aber das Teil war einfach der Wahnsinn! Wenn man nun denkt, dass dieses ganze Erlebnis nicht noch besser werden könnte, täuscht man sich. Die hausgemachte Himbeerlimonade UND der Iced Latte waren irgendwie nur noch das Tüpfelchen auf dem i. Ich vermisse es jetzt schon! 

 

 

Location: ★★★★★

Es würde an dieser Stelle direkt nochmal ein Plus hageln, wenn die Location nicht so “weit” außerhalb wäre. Von der Centraal Station sind es mit der Tram 9 etwa 15 Minuten bis zur Haltestelle Hogeweg. Von dort aus sind es zu Fuß nochmal 2 Minuten. Das ist zwar echt nicht weit, aber für Amsterdam gefühlt schon eine Weltreise. Fünf Sterne gibt es trotzdem – mindestens! Das Lokal selbst lädt mit seiner liebevoll begrünten Front einfach ein. Draußen sitzen fühlt sich auch hier an der Straße an wie ein Kurzurlaub in Frankreich. Im Innenbereich geht es weiter mit geschmackvoller Deko. Man hat das Gefühl, dass hier alles aufeinander abgestimmt ist. Das Muster der Bar spiegelt sich in den Karten wieder. Das Holz der Tische passt perfekt zu Boden und Sitzmöbeln. Die Wandfarbe ist warm und wird an der gesamten Länge durch gezeichnete Portraits der Gründer geziert. Wir wollten nur mal eben was essen und haben uns am Ende fast drei Stunden bei Mr. & Mrs. Watson aufgehalten, weil es einfach so herzlich, gemütlich und einladend war. 

 

 

Preis-Leistung: ★★★★★

Nicht einmal hier habe ich etwas zu meckern! Für Amsterdamer Verhältnisse sind die Preise einfach ein Witz. Ich denke, dass hier der Vorteil ist, dass das Lokal nicht direkt im Zentrum ist. Dadurch sind vielleicht die Preise einfach humaner. Wenn ich mir überlege, dass ich ein sehr sättigendes, frisches und aufwendig dekoriertes Sandwich hatte, dazu eine hausgemachte Limonade – im Anschluss noch einen Iced Latte und ein großes Stück Apfelkuchen mit Sahne.. ich denke andernorts wäre ich hierfür sicherlich um die 35 Euro los geworden. Im Mr. & Mrs. Watson waren es gerade mal knappe 20 Euro. In meinen Augen absolut in Ordnung und das was ich dafür bekommen habe, war der Wahnsinn. Wir waren beide überrascht, wie wenig wir am Ende zahlen mussten! Selbst die Käseplatte samt frischem Brot, fünf Sorten Käse, hausgemachten Marmeladen und Senfsorten, rohem Feigenbrot und allerhand Deko kostete nur 14,50 Euro – wenn man sich überlegt, was man sonst für ein Paket veganen Käse kostet, wirklich unschlagbar. 

 

 

Service: ★★★★★+

Vor kurzem habe ich für den Kimbap Spot das erste Mal in der Geschichte meiner Reviews fünf Sterne gegeben. Nun ist es so, dass ich selbst seit beinahe elf Jahren in der Gastronomie aktiv bin und weiß wie es laufen sollte, daher bin ich in diesem Fall wirklich nicht der beste, objektive Beurteiler. Es kommt echt super selten vor, dass ich nichts zu beanstanden habe. Ich hätte es nie für möglich gehalten, aber es gibt wirklich einen Laden, der im Service NOCH besser ist als der Kimbap Spot – da MUSS ich einfach noch das Plus dran hängen. Wo soll ich nur anfangen.. schon beim betreten des Lokals begrüßte uns Gerrit (Das erste Mal, dass ich den Namen eines Kellnern erfragte und mir sogar problemlos merken konnte.) herzlich. Wenn es auf diesem Planeten einen Preis für den perfekten Kellner gibt, bitte gebt ihn diesem Menschen! Während wir in Amsterdam sonst die meiste Zeit zwar freundlichen, aber reservierten oder eher unfreundlichen Service erlebten durften – saßen wir hier mit dem Gefühl, als wären wir bei Freunden zu Besuch. Gerrit war um keinen Plausch verlegen und hat uns jeden Wunsch erfüllt, egal wie ausgefallen er war. Aufgrund meiner Allergie gegen Capsaicin rannte er die Treppe runter und fragte in der Küche nach, rannte wieder hoch und zauberte Solvejg einen Cappuccino ganz nach ihren Wünschen. Immer ein Lächeln auf den Augen, immer eine Antwort parat und stets bemüht uns ein gutes Gefühl zu geben. Zum Abschied habe ich das erste Mal in meinem Leben einen Kellner gedrückt und beim Abschied fast eine Träne verdrückt. Ich hoffe du liest das hier, Gerrit! Du bist spitze und ich hoffe, dass du uns bald mal besuchst hier in Wuppertal! Wer Amsterdam besucht DARF sich das einfach nicht entgehen lassen.