Lorena

25 Jahre alt 

 
Was macht dich als Menschen einzigartig?
Naja, durch eine faszinierende Aneinanderreihung von unendlich vielen Zufällen und Unwahrscheinlichkeiten bin ich heute so wie ich bin – ich schätze, dieselbe Aneinanderreihung von denselben Zufällen gibt es kein zweites Mal auf der Welt (und wenn doch, dann hätte sie ja wieder mich ergeben, oder nicht?). Supergeile Vorstellung! Resultate dieser Zufallskette sind unter anderem: mein ständiger Drang zu reflektieren und zu wachsen, die differenzierte Sicht auf fast alles (das macht mich zu einer sehr diplomatischen Person, der es schwer fällt, abschließende Urteile über etwas oder jemanden zu fällen. Ich glaube die eine Wahrheit gibt es nicht, sondern jeder Mensch hat irgendwie seine eigene subjektive Wahrheit.), der Glaube an meine Selbstwirksamkeit und die Bestrebung, immer mein Bestes zu geben (was ich sowohl als Stärke, als auch als Schwäche sehe).

 

 

Wie kam es dazu, dass Du vegan geworden bist?
Nachdem ich so ungefähr mit 18 den ersten halbherzigen Versuch gestartet hatte, Vegetarierin zu werden, lebte ich noch eine Weile uninformiert und in der Omni-Blase weiter. Dann gab es aber (glücklicherweise!!!) eine Art Schlüsselerlebnis: Ich verbrachte eine Woche in Hamburg mit zwei meiner Schwestern, die sich zu dem Zeitpunkt schon vegan ernährten. Natürlich ließ ich mich gerne auf diese Woche ein und genoss eine vegane Schlemmerei nach der anderen. Als wir dann gegen Ende der Woche im Liberty Eiscafé saßen, steckte ich mir zwei Flyer von ARIWA ein – einen zum Thema Kühe in der Milchindustrie, den anderen über die Eiindustrie, insbesondere über das Schreddern von männlichen Küken. In der Wohnung meiner Schwester angekommen blätterte ich in den Flyern rum, doch ziemlich schockiert habe ich sie recht schnell wieder zugeschlagen. Was mich schockte war natürlich die Information an sich, doch vielmehr auch das Gefühl, dass ich mitschuldig an dem Leid dieser Tiere war. Das konnte ich nicht mit mir vereinen, auf der einen Seite Schuld tragen, auf der anderen Seite der Wahrheit nicht ins Auge blicken können? Nach dieser Woche war der nächste logische Schritt für mich völlig klar und zuhause angekommen stellte ich von einen auf den nächsten Tag auf eine vegane Ernährung um.

Was sind Deine persönlichen Tipps für Neu-Veganer und Interessierte?
Sieh’ es nicht als Verzicht! Die Entscheidung zum Veganismus war für mich die bereicherndste Entscheidung meines bisherigen Lebens! Das Gefühl, in Übereinstimmung mit meinen Werten und Überzeugungen zu leben, ist unbezahlbar. Passe dein Handeln deiner Moral an – nicht andersherum! Ich habe heute ein ganz anderes, viel leidenschaftlicheres und informierteres Verhältnis zum Essen und kenne eine viel größere Vielfalt an Lebensmitteln und Rezepten als früher. Der Veganismus hat mich gelehrt Dinge zu hinterfragen, den eigenen Kopf einzuschalten, Verantwortung zu übernehmen, eigene Entscheidungen zu treffen und für diese auch einzustehen. Sei mit Freude und Spaß dabei, genieße die Entdeckungsreise und lass’ dich nicht beirren. Geh’ deinen eigenen Weg, auf deine eigene Art, in deinem eigenen Tempo.