Filling Your Mind beschäftigt sich ja schon länger nicht mehr einfach nur noch mit Rezepten – den Kopf zu füllen verlangt ja auch einige andere Dinge. Im letzten Jahrs sind Reviews dazu gekommen in denen ich Restaurants, Produkte und Bücher vorgestellt und getestet habe. In diesem Jahr soll Filling Your Mind allerdings endlich wieder etwas persönlicher werden wie zu Beginn 2012. Ich werde kein Selfiemonster und werde mein Gesicht dennoch nach wie vor aus dem Ganzen raus halten – allerdings möchte ich euch etwas mehr von mir und meinem Alltag näher bringen. Von den Problemchen der Blogger berichten, euch auf meine Reisen mitnehmen und manchmal einfach nur an den kleinen und schönen Dingen des Lebens teilhaben lassen. Wo wir bei dem aktuellen Thema wären: Reisen! 

 

Bei Facebook habe ich vor ein Paar Tagen gefragt ob es von generellem Interesse wäre, wenn ich einige Tipps zu diesem Thema zusammen stelle – die Resonanz war zwar nicht riesig, dafür ausschließlich positiv. Meine nächste Reise geht nach London. In London war ich in den letzten Jahren relativ häufig und kann hier ganz gut aus dem Nähkästchen plaudern. So ein Nähkästchenbeitrag würde allerdings mehrere Seiten umfassen und die möchte ich euch lieber ersparen. Deshalb teile ich diesen Beitrag auf in Vorbereitung und Vor-Ort-Erlebnisse. Hier bist du in dem ersten Teil gelandet – und auch irgendwie dem wichtigsten – der Vorbereitung. Ich schätze, würdest du dich nicht vorbereiten wollen, dann wärst du wohl auch nicht hier? Das A und O ist es vorher schon Infos zu sammeln über Themen wie Anreise und Tagesplanung vor Ort, je nachdem wie lange man in London ist. Die Tipps zu Restaurants folgen dann in meinem Beitrag nächste Woche. Ich schätze es ist nicht von Nöten zu erklären wie man reist – Dinge wie “Bitte denk an deinen Ausweis oder Reisepass!” spare ich mir daher und den Hinweis, dass es ratsam wäre Englisch sprechen zu können auch. Der einzige Tipp in diese Richtung ist eigentlich nur der, dass es ratsam ist das Geld schon in Deutschland umzutauschen. Am besten geht man zu der Bank bei der man auch sein Konto hat und lässt sich einen Betrag in Pfund wechseln. Hier kann man sich sicher sein, dass der Wechselkurs stimmt und die Banken berechnen keine Gebühr. In London selbst gibt es allerdings an vielen Stellen die Möglichkeit auch mit Karte zu zahlen – oft auch ohne Gebühr. Außerdem nehmen einige Automaten in der Stadt deutsche Maestrokarten an und die Gebühr hier ist oft nur gering. Kommen wir zum also Beginn der zauberhaften Reise…

 

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Die erste Frage ist mit die wichtigste wenn es um die Planung geht: Wie lange bleibe ich vor Ort? Diese Frage beinhaltet nämliche alle Antworten die man für die weitere Planung benötigt. Braucht man eine Unterkunft oder bleibt man nur einen Tag? Ist man also lange vor Ort und lohnen sich somit Oystercard oder der Londonpass? Mein persönlicher Favorit ist der Trip für einen Tag – die Fahrt startet Freitag nachts, man kommt Samstags früh in London an, fährt am selben Abend wieder zurück und ist Sonntag früh wieder zuhause. Sowas lässt sich mal eben zwischen Tür und Angel erleben und man muss nicht extra Urlaub nehmen um das Fernweh zu stillen. Ich mache diese Trips gerne mit Slangenreisen – im Durchschnitt zahlt man hier 50 € zusammen für Hin- und Rückweg. Last Minute sogar gerne nur 20 €. Diesen Weg werde ich auch am kommenden Wochenende wählen. Hier sollte man gut planen was man alles machen möchte, da man “nur” 9 bis 11 Stunden vor Ort ist. Für Menschen die noch nie in London waren empfehle ich diese Variante allerdings eher weniger, da Neulinge sich erstmal einfinden müssen. Bleibt man also länger muss die Planung an anderen Stellen umfangreicher sein..

 

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Die erste Frage hier wäre dann: Wie komme ich hin? Im besten Fall zusätzlich mit den Fragen: Wie komme ich günstig hin? oder Wie komme ich am schnellsten hin? Also..

Wie kommt man am schnellsten auf die Insel?
Der schnellste Weg ist unumstritten der Weg mit dem Flieger. Ryanair bietet regelmäßig Flüge für knappe 15 € pro Strecke an. In etwas mehr als einer Stunde ist man mal eben auf die Insel geflogen. Der günstigste Weg ist dieser leider dennoch nicht – diese Erfahrung musste ich schmerzlich bei meinem ersten Trip nach London machen. Erstens bietet Ryanair die Mitnahme von Gepäck auf diesen Flügen nur gegen Bezahlung an – laut Seite darf jeder Gast zwar zwei Gepäckstücke mitnehmen, dies gilt aber wohl für London nicht. So war es zumindest Ende 2014 und auch Anfang 2016 bei mir der Fall – das geliebte Kleingedruckte wie es scheint. Handgepäck ist zwar inbegriffen, reicht aber oft nicht, wenn man länger als zwei Tage vor Ort sein möchte (und man möge daran denken, dass der Koffer auf dem Rückflug immer etwas voller ist). Pro Gepäckstück berechnet die Fluggesellschaft knapp 20 €. Mittlerweile kann sich hier natürlich etwas geändert haben, aber dies sind ohnehin leider nicht die einzigen Zusatzkosten. Zusätzlich zu dem eigentlich günstigen Flug kommt der Transfer vom Flughafen in die Stadt. Ryanair – sowie andere BilligAirlines – fliegt traurigerweise nur Stansted an und dieser Flughafen befindet sich am anderen Ende der Stadt. Der Transfer dauert knapp eine Stunde mit dem Reisebus und kostet je nach Anbieter den man vor Ort wählt rund 20 € je Strecke.  Es gibt zwar auch einen Gleistransfer – dieser fährt aber weniger regelmäßig und kostet in etwa das selbe. So wird aus dem eigentlichen 30 €-Trip ganz schnell einer für knappe 100 €. 

Wie kommt man also am günstigsten hin?
Meine bisher günstigste Variante war die Reise mit einem Busunternehmen. Ich bin damals mit Eurolines gereist – diese bieten ab 19 € die Fahrt nach London an und starten deutschlandweit. Es gibt unzählige andere Unternehmen die diese Reisen zu ähnlichen Preisen anbieten. Zugelassen ist das gängige Gepäckstück plus Handgepäck und der Bus landet im Zentrum, man spart sich also den Transfer und hat hier keine versteckten Kosten für Gepäck. Der Trip kostet am Ende also wirklich nur knapp 40 €. Aber auch diese Variante hat einen Haken – es wäre ja auch zu schön! – die Reisedauer. Während man mit dem Flieger nur gut 2 Stunden von einer Innenstadt zur anderen braucht, braucht der Bus gut und gerne bis zu 14 Stunden. Die meisten Reiseunternehmen fahren Abends los, so dass man morgens ankommt und bei der Überfahrt schlafen kann. Der Komfort im Bus reicht meist auch für letzteres. 

Dann gibt es natürlich noch die Variante Auto – hier hat man aber weder den schnellste, noch den günstigsten Weg. Die Fahrt dauert ähnlich lang wie mit den Bussen, nur dass man sich die Zwischenstops spart an denen der Bus neue Gäste zusteigen lässt. Zusätzlich zu den Spritkosten die für diese Entfernung und den aktuellen Spritpreis schon nicht gerade gering sind kommt dann allerdings noch die Überfahrt. Man kann zwischen Eurotunnel (halbe Stunde) und Fähre (1 1/2 Stunden) wählen – beide sind aber natürlich nicht unentgeltlich. Der Eurotunnel ist zwar der schnellere Weg, mit knapp 100 bis sogar hin zu 300 € aber auch der teurere, während die Fähre rund 30 bis 50 € je Fahrzeug kostet. Beide Übergänge sind preislich bei den Reiseunternehmen  mit inbegriffen. Der einzige Vorteil bei dieser Variante ist, dass man vor Ort mobil ist und sich die anfallenden Kosten für Bus und Underground spart. Fraglich ist aber ob dies den Preis der Anreise rechtfertigt oder angleicht..

 

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Die Unterkunft kann zwischen 25 € und XYZ € pro Nacht kosten. Hier kommt es einfach nur darauf an was man sich wünscht – die Frage hier: Möchte ich zentral übernachten? und falls ja, Wie viel möchte ich ausgeben? Zentral steht denke ich außer Frage, da man natürlich möglichst gut und schnell an die wichtigsten Orte kommen möchte. Preislich gibt es da mehrere Varianten..

Die “Geld spielt keine Rolle”-Variante:
Ich  schätze, dass all jene die so denken an dieser Stelle gar nicht mehr mitlesen, da sie nicht sparen wollen oder müssen. Man kann sich in die teuren Hotels meist ohne Probleme einbuchen solange keine großen Events in der Stadt anstehen. Preise pro Person und Nacht starten hier oft nicht unter 200 € und gehen gerne hoch ohne Limit.

Die “Ich möchte mir mit niemandem ein Zimmer teilen”-Variante:
Ja, auch diese gibt es. Möchte man günstig und zentral in London unterkommen landet man meist in Hostels die ausschließlich Zimmer anbieten in denen 6 bis 20 Personen schlafen. Möchte man, weil man allein oder zu zweit reist, allerdings lieber ein Zimmer nur für sich, sollte man auf die Angebote von Bed&Breakfast oder Booking.com zurückgreifen – hier hat man, wie der Name vermuten lässt, meist ein Frühstücksbuffet im Preis mit inbegriffen und zahlt für die zentralen Hotels zwischen 70 € und 140 € pro Nacht und Person.

Die “Bitte zentral UND günstig”-Variante:
Diese Variante hat zwei Abstufungen – die erste ist die, bei der man dennoch in ein Hotel möchte. Hier bieten sich die erwähnten Hostels an. Diese nehmen rund 25 € bis 50 € je Person und Übernachtung man schläft allerdings wie erwähnt oft mit vielen Fremden in einem Raum. Die zweite Abstufung ist meine persönliche Favoriten-Variante. Man möchte nicht auf den Komfort eines eigenen Zimmers verzichten und dennoch keine 70 € bis 140 € zahlen – die Lösung sind private Unterkünfte. Man mietet sich quasi ein Zimmer in der Wohnung eines Einheimischen – einige bieten auch eigene Apartments an. In den meisten Fällen bekommt man von den Eigentümern einen Schlüssel für das eigene Zimmer und/oder die Eingangstür zum Haus. Wertsachen sind also dennoch sicher. Diese Variante hat im Grunde nur Vorteile, wenn man keinen Service braucht: man lernt direkt Einheimische kennen die einem gute Tips geben können und man muss sich mit niemandem den Raum teilen. Zusätzlich ist der Preis hier unschlagbar. Auf Platformen wie Airbnb und 9Flats kann man die Zimmer buchen (oft sogar unabhängig von Personenzahl oder nur mit kleinem Aufschlag) und diese starten bei knapp 25 €. 

 

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Wenn man sich selbst beide Fragen beantwortet hat und den richtigen Weg und die richtige Unterkunft gebucht hat geht die Reise los. Ist man nun endlich am Ziel der Träume, muss man nur noch in die gebuchte Unterkunft. In London kommt man mit dem Underground an jede zentrale Station und von dort aus mit den bekannten roten Bussen weiter in die Nebenstraßen. Der aufrichtige Beobachter wird dabei schnell bemerken, dass viele der Einheimischen die Oystercard hierfür nutzen. Diese Karte funktioniert nach dem Prepaidsystem. Man lädt sie auf und mit jedem Betreten und Verlassen der Bahnstation scannt man sie ein – die Karte bucht dann automatisch die anfallenden Kosten für die gefahrene Strecke. Der Haken an der Sache ist, dass man diese Karte jedes mal scannen muss. Wenn man also an einem Tag gleich mehrere kurze Strecken von 3 oder 4 Stationen zurück legt, zahlt man jedes mal rund 3 €. Ich persönlich kaufe mir meist lieber ein Tagesticket an den unzähligen Automaten im Underground. Je nach Zone (abhängig von Unterkunft und einsehbar an den Plänen im Underground) kosten diese zwischen 8 € und 13 € und man ist den ganzen Tag mobil. Grade als Unwissender kann man bei der Oystercard leider viel falsch machen und sich unnötige Kosten auferlegen, daher bin ich persönlich kein Freund von dieser. 

 

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Ich persönlich bin kein typischer Tourist. Man kann überall in der Stadt für kleines Geld Sightseeing Touren buchen und dabei alle wichtigen Sehenswürdigkeiten der Stadt in knapp einer Stunde abarbeiten – bei den Tagestrips von z.b. dem erwähnten Anbieter Slangenreisen sind diese Touren meist sogar gratis dabei. Ich habe mir bei meinem ersten Trip nach London die Sehenswürdigkeiten allerdings lieber zu Fuß angesehen und so noch die kleinen Feinheiten etwas besser erkundet. Seit einigen Jahren gibt es den Londonpass. Dieser lohnt sich allerdings wirklich nur, wenn man auch vor hat viele typische Touristendinge zu tun. Man kauft sich den Pass für 80 € (1 Tag) oder bis zu 140 € (6 Tage) und bekommt dann bei bis zu 60 “Attraktionen” freien Eintritt. Hier einige Beispiele – mit dabei sind auch die Besichtigung von Westminster Abbey, der Tower Bridge oder eben erwähnte Sightseeing Touren. Außerdem ermöglicht der Pass den kostenlosen Eintritt in diverse Museen und viele Rabatte an anderen Stellen. Unterm Strich spart man hier wirklich viel Geld, wenn man diese Dinge ohnehin alle erleben möchte. Lohnenswert – aus zeittechnischen Gründen – ist der Pass meiner Meinung nach aber erst bei mindestens 2 Tagen Aufenthalt.  



 

Die weitere Planung beinhaltet Fragen wie: Wo gehe ich essen? Möchte ich ausgehen? Wo kann man gut shoppen? Was möchte ich sehen? Die Antworten auf diese Fragen gebe ich euch dann nächste Woche in meinem Nachbericht, an dem ich aber zeitgleich auch schon schreibe.. bis dahin: Frohes Planen!