Kunstküche 

Vom Marktstand zum gemütlichen Wohnzimmer


Da mich immer wieder Menschen fragen ob ich mit meinen Reviews und Empfehlungen Geld verdiene, führe ich ab sofort diesen “Selbst Bezahlt”-Button ein. Ich möchte mir nicht nachsagen lassen, dass meine Meinung käuflich ist und hiermit merkt ihr hoffentlich ziemlich zügig, dass ich sehr wenig Werbung hier schalte. 


 

 Ich werde ja nie müde es zu wiederholen 
Allen Worten und Wertungen voran möchte ich euch nochmal daran erinnern und damit betonen, dass diese Review hier MEINE persönliche und damit durchweg subjektive Meinung wiedergibt! Jeder Mensch nimmt Dinge anders wahr, deshalb lasst euch von meinen Reviews bitte niemals davon abhalten – oder gar dazu genötigt fühlen – etwas zu erwerben oder ein Restaurant zu besuchen, nur weil ich keine Freudentränen (oder eben doch) verdrückt habe! 

Nach langer, langer Zeit habe ich es am vergangene Freitag endlich nochmal zu Sandra in die Kunstküche geschafft. Zuletzt war ich hier zu Besuch, als die Kunstküche noch ein fester Stand auf dem Krefelder Markt war. Im März zog die Kunstküche in die Gartenstraße 21- damit bleibt das vegane Restaurant in Krefeld gut erreichbar, allerdings bietet die neue Location viele zusätzliche Vorteile. Das neue Zuhause ist beheizt, bietet gemütliche Sitzgelegenheiten und lädt zum langen Verweilen ein. Mich hat es ganze vier Stunden dort gehalten – nicht zuletzt, weil ich mich sehr freute Sandra endlich einmal persönlich kennen lernen zu können und sie es sich natürlich nicht nehmen lies das eine oder andere Mal an meinem Tisch platz zu nehmen und einen Plausch zu halten. Krefeld bietet mittlerweile viele vegane Ausgehmöglichkeiten – wer einmal dort ist, sollte aber definitiv die Kunstküche mit auf seiner Liste haben!

★★★★★

Im Detail bedeutet das:

 

Angebot: ★★★★☆

Die feste Standardkarte in der Kunstküche ist sehr klein. Sie umfasst lediglich drei Stullen und drei Gyros-basierte Gerichte. Diese Karte wird allerdings um eine umfangreiche Wochenkarte und diverse Süßspeisen aus der Kuchentheke erweitert. Jede Woche gibt es einen Wochenburger – und bei meinem Besuch gab es dazu noch einen ordentlichen Salat, ein Nudelgericht und einen Wrap. Die Auswahl ist zwar klein, bietet aber für jeden Geschmack etwas und man sollte bei dem kleinen Angebot auch beherzigen, dass die Chefin hier an 5 von 6 Tagen in der Woche allein in der Küche steht. Die Getränkeauswahl umfasst Bionade, Fritz Kola/Limo, Proviant und hausgemachte Limonaden – zusätzlich gibt es Heißgetränke, die mit extra für die Kunstküche gerösteten Kaffeebohnen zubereitet werden. 

 

 

Geschmack: ★★★★★+

Hier ist das erste Plus in der Einzelbewertung. Ich kann einfach nicht anders! Ich habe mich für die Danny Bowl entschieden – eine Schüssel voller Salat, hausgemachten Fritten, Gyros und Knoblauchcreme. Auf meinen Wunsch hin gab es die Bowl auch mit dem hausgemachten Seitan Kebab, anstelle des BioSoja-Gyros. Da Seitan generell immer eine Challenge ist und gerne Mal schwammig oder zäh werden kann, konnte ich die Kunstküche damit auf Herz und Nieren testen. Mit Bravour! Es ist ja mittlerweile ein offenes Geheimnis, dass ich eine Vorliebe für Knoblauch habe. Diese abgöttische Liebe wurde hier sowas von befriedigt! Leider ist es so, dass mich die Gerichte mit Knoblauch in den meisten Restaurants schwer enttäuscht. Wo normale Menschen eine Knoblauchzehe nutzen, nutze ich fünf. Glücklicherweise hatte nicht nur die Knoblauchwurst ordentlich Wumps, auch die Fritten und das Kebab konnten voll abliefern. Meine Begleitung hatte das Gyros im Fladenbrot und auch hier waren wir hellauf begeistert. Wer es fettig mag, sollte hier unbedingt zuschlagen. Ich vermisse es jetzt schon! Zum Nachtisch gab es eine riesiges Bounty – das Sandra spontan noch am Morgen zubereitet hatte und einen Erdbeer-Mandel-Cupcake. Beides sehr geil! Das Bounty hat selbst meine nicht vegan lebende Begleitung mehr als überzeugt. Fazit: ich möchte in alle dem baden können!

 

 

Location: ★★★★★

Ich liebe den neuen Laden! Der feste Stand auf dem Krefelder Markt war auch schon echt schön, allerdings muss man jetzt nicht mehr unbedingt an der Luft essen. Die neue Location ist nicht nur beheizbar, sondern auch unglaublich gemütlich. Das ehemalige italienische Restaurant befindet sich gerade einmal vier Gehminuten von dem alten Standort entfernt und ist sowohl zu Fuß, als auch mit der Bahn schnell und einfach zu erreichen. Die Straßenbahn hält gerade einmal 200m entfernt. Die Kunstküche ist komplett von Glas umrundet und daher sehr hell. Man kann während seines Besuchs aus den großen Fenstern gucken und das umliegende Leben beobachten. Generell erinnert die neue Location sehr an ein gemütliches Wohnzimmer mit bequemen Bänken und Stühlen – der Gastgeberin beim Kochen zugucken ist hier auch kein Problem. Abgerundet wird der Raum durch ein perfektes Spiel von Farben. Braune Möbel, türkise Wände und als Eyecatcher die Werke von Olga Demidow. Viele Pflanzen und kleine Details lassen dem Auge auf eine sehr positive Art keine Ruhe beim erkunden. 

 

 

Preis-Leistung: ★★★★★

Die Qualität überzeugt zu 100% – allerdings habe ich etwas länger mit mir selbst ausdiskutiert, ob ich an dieser Stelle nur vier anstatt fünf Sterne vergebe. Meine Bowl sollte laut Karte 8.50 Euro kosten – während die Gyrostasche bei 6 Euro lag. Meinem persönlichen Empfinden nach waren die Portionen gleich groß, die Tasche sogar etwas größer. Daher fand ich die 2.50 Euro mehr etwas zu viel. ABER – es sind am Ende nun doch fünf Sterne geworden. Wieso? In meiner Bowl hatten sich hausgemachte Fritten versteckt, die selbstredend mehr Arbeit sind als ein einfaches, aufgeschnittenes Fladenbrot. Auf den ersten Blick sind die Preise zwar relativ hoch, allerdings auch komplett gerechtfertigt. Ihre Waren bezieht die Kunstküche größtenteils Bio und/oder regional – dass das seinen Preis hat sollte jedem einleuchten. Das Fladenbrot und die Burgerbuns kommen extra für die Kunstküche frisch gebacken von örtlichen Bäckern. Alle Saucen werden selbst zubereitet. Keine Geschmacksverstärker, keine Fertigware und on top noch hauseigene Gewürzmischungen. Wenn man sich vor Augen führt, was diese Preise alles mit einbeziehen, hat man hier echt noch das eine oder andere Schnäppchen dabei. Für richtige Pfennigfüchse gibt es die sättigenden Stullen immerhin auch schon unter 5 Euro. 

 

 

Service: ★★★★★

FÜNF Sterne und das in der wohl am meisten gefürchteten Kategorie in meinen Bewertungen! Ich bin selbst seit über 13 Jahren in der Gastronomie aktiv und weiß wie es laufen sollte, daher bin ich in diesem Fall wirklich nicht der beste, objektive Beurteiler. Es kommt super selten vor, dass ich nichts zu beanstanden habe. Thomas stieg vor einiger Zeit in der Kunstküche mit ein und übernimmt seitdem den Service. Anfangs ist seine Art noch etwas schwer zu deuten, man merkt aber schnell, dass er mit ganzem Herzen und vollem Elan dabei ist. Wir wurden einige Male gefragt ob alles gut ist, unsere Teller und Gläser waren nie leer und uns wurde (fast) jeder Wunsch von den Augen abgelesen. Zusätzlich lobend möchte ich an dieser Stelle Pumba und Coco erwähnen! Die zwei Fellnasen von Sandra und Thomas waren im Restaurant und haben den Besuch gleich noch etwas lebhafter und angenehmer gestaltet. Wir kommen definitiv häufiger wieder!