Heute geht die Interview-Reihe in ihre nächste Runde und auch diesmal ist jemand ganz besonderes dabei – nämlich Karina. Die junge Dame, die das Gesicht hinter dem Blog FroileinFux ist, habe ich vor gut 3 Jahren bei einem Instagram-Treffen in einem Kölner Lokal kennen gelernt, dass sie damals organisiert hat.

Mit Karina stelle ich euch heute wieder einen dieser besonderen Fische aus dem Blogger-Haibecken vor. Bodenständig, ein bisschen verrückt, aufgeschlossen, ehrlich und immer ein Lächeln samt passendem Rat auf den Lippen. Karina gehört zu den Menschen die man einfach lieb haben muss. Nur wenige „Kollegen“ habe ich so schätzen gelernt wie sie. Ihre Rezepte sind leicht umsetzbar und dabei so kreativ, dass nicht nur ihre Bilder den Appetit anregen. Man kann sie auf Instagram, Facebook und der eigenen Homepage begleiten – bei FroileinFux erfährt man immer auch eine ordentliche Portion aus Karinas Privatleben, aber ein paar Fragen hat sie hier für euch noch einmal für euch beantwortet!

 

 

Wie bist Du dazu gekommen vegan zu leben?

Tatsächlich eher zufällig. Anfang 2013 hab ich zusammen mit einer Freundin beschlossen, mehr Sport zu treiben und auf die Ernährung zu achten. So bin ich dann über kurz oder lang auf die 30 Tage Challenge von Attila Hildmann gestoßen und dachte, ich probier das einfach mal aus. Mehr als 30 Tage waren da gar nicht geplant. Mittlerweile sind es 4 Jahre und ich bereue keinen einzigen Tag.

Fiel Dir die Umstellung damals schwer?

Eigentlich nicht. Nach der ersten Woche mit ein paar Stolperfallen, hab ich angefangen mir passende Dokumentationen anzusehen. Wenn der Kopf dann erstmal zu 100% bereit ist diesen Weg zu gehen, dann ist alles andere leicht zu schaffen.

Wie kam es dazu, dass Du das bloggen bei FroileinFux gestartet hast?

Durch meine Freunde und nicht zuletzt durch meinen Freund, ohne den es das Design wahrscheinlich gar nicht geben würde. Gestartet hab ich damals ganz simpel mit einer Facebookseite, weil meine Freunde ständig nach Rezepten gefragt haben. Mein Freund hat das Potenzial erkannt und mir dann sehr bald eine schöne Plattform zur Verfügung gestellt. Damit kam dann auch schnell die Regelmäßigkeit und Projekt FroileinFux nahm Formen an.

Gibt es Dinge am vegan sein die Dich nerven oder die Dir schwer fallen?

Mich nervt tatsächlich nur die Tatsache sich ständig für jeden Bissen rechtfertigen zu müssen. Im Familien- und Freundeskreis ist das alles zum Glück kein Thema mehr, aber auf Veranstaltungen, im Job, unter Fremden ist diese Art der Ernährung einfach immer ein Thema, ob man will oder nicht.

Welcher Mensch kommt Dir in den Sinn, wenn Du das Wort „Erfolg“ hörst – und warum?

Da kann ich tatsächlich keine spezielle Person benennen. Ich finde Menschen inspirierend, die ihren Weg gefunden haben und diesen einfach leben, ohne sich Gedanken darüber zu machen, was andere von ihnen halten. Viel zu oft legt man sich selbst riesige Steine in den Weg, die eigentlich nur aus den Zweifeln der anderen bestehen. Wir sollten viel öfter mutig sein und machen, was uns glücklich macht.

Auf welchen Werten beruhen Deine täglichen Handlungen, Entscheidungen und Pläne?

Ich versuche mir täglich die Säulen der Achtsamkeit, der Dankbarkeit und der Zufriedenheit vor Augen zu führen. Ich glaube, wenn man die kleinen Dinge im Alltag zu schätzen weiß, nicht zu gierig ist, mit offenen Augen durch die Welt geht und sich bewusst auf die positiven Dinge konzentriert, dann bekommt man auch nur Gutes zurück. Natürlich ist nicht immer alles rosa und toll, aber dann ist es eben eine Erfahrung und aus dieser kann man etwas lernen.

Welche Hoffnungen hast Du?

Eine wirklich schwierige Frage. Natürlich hoffe ich, dass die Menschheit endlich mal begreift, dass Kriege, Ausbeutung und Gewalt einfach vollkommen sinnlos sind. Das mag vielleicht etwas idealistisch klingen, aber wenn jeder einfach einen Schritt auf den anderen zugehen würde, dann wäre die Welt schon ein ganzes Stück besser. Ich hoffe, dass meine Kinder irgendwann noch sehen welche Wunder dieser Planet zu bieten hat und sie in einer besseren Welt aufwachsen können.

Und welche Hoffnungen hast Du längst aufgegeben?

Eigentlich genau diese Hoffnung da oben. Auch wenn ich mir wünsche, dass wir alle irgendwann aufwachen und dieser ganze Unsinn der da draussen in der Welt passiert einfach vorbei ist, wahrscheinlich wird das so schnell nicht der Fall sein.

Was würdest Du heute Deinem jüngeren ich raten?

Ich würde mir selbst raten weniger Angst zu haben und nicht so viel nachzudenken. Oft steht man sich einfach selbst im Weg und ich möchte gar nicht wissen welche Chancen ich schon verpasst habe, nur weil ich mich nicht getraut oder zurückgezogen habe.

Welcher Job war der schlimmste den Du je hattest?

Da gibt es keinen schlimmen Job. Ich habe bisher alles wirklich gerne gemacht und auch aus freien Stücken. Natürlich gibt es immer mal Sachen die einem mehr liegen oder eher weniger, aber daraus kann man lernen und seine eigenen Stärken und Schwächen kennenlernen.

Was glaubst Du, nimmt man Dir öfter übel?

 Mein Schneckenhausverhalten. Ich bin zwar immer für jeden da, auch Nachts um zwei, die Frage stellt sich gar nicht. Dennoch bin ich nicht unbedingt der Typ, der gern 3mal die Woche einen Kaffee trinken geht oder jeden Tag telefonieren will. Ich bin unheimlich gerne auch einfach mal für mich, meine Freunde wissen das und akzeptieren das mittlerweile. Bei neuen Bekanntschaften kommt das aber sicher oft desinteressiert rüber.

Was würdest Du selbst für viel Geld nicht tun?

Mich verkaufen. Meine Meinung und Authentizität ist mir wichtig. Ich finde, Ehrlichkeit und Offenheit sind unheimlich wichtige Eigenschaften und diese sollte man niemals verlieren.

Wie sieht die erste Stunde Deines Tage aus?

Zuerst wird die Katze ausgiebig gekuschelt und die Mails werden gecheckt. Danach gibt’s natürlich Futter für die Katze und für mich und nach einer heißen Dusche geht es dann motiviert an den Schreibtisch.

Wem wärst Du lieber nie begegnet?

Jede Begegnung hatte mit Sicherheit einen Sinn.

Wie stellst Du dir Armut vor?

Armut hat für mich weniger mit Geld zu tun. Viel schlimmer finde ich es, wenn Menschen irgendwo ohne Wasser, ohne Nahrung, ohne Bildung aufwachsen müssen. In Deutschland geht es uns einfach sehr gut, selbst in sozialschwachen Haushalten ist man abgesichert und braucht sich keine Sorgen zu machen. In anderen Ländern ist diese Sicherheit einfach nicht gegeben.

Wenn Du eine Stadt wärst, welche wärst Du und wieso?

Ich wär keine Stadt, die sind mir viel zu Hektisch. Ich wär wohl eher eine Insel. Eine Nordseeinsel. Standhaft im Wind, rau und doch mit ganz viel Sonne im Herzen.

Wenn Du als Tier wiedergeboren wirst, welches möchtest du sein?

Welch’ Frage, als Fuchs natürlich!

Welche Filme muss man zwingend gesehen haben?

  • Die fabelhafte Welt der Amelie
  • Earthlings
  • Tomorrow – Die Welt ist voller Lösungen

Welche 3 Bücher haben Dich am meisten beeinflusst?

  • Das Café am Rande der Welt – John Strelecky
  • Intuitiv abnehmen – Elyse Resch/Evelyn Tribole
  • Der Weg des Künstlers – Julia Cameron

Wenn Du den Rest Deines Lebens nur noch 3 Dinge essen könntest, welche wären das?

Oh, wenn man meinem Freund fragen würde, dann würde er sagen Chips! An allen drei Stellen! haha – Aber man braucht ja Abwechslung. Ich würde mich von Chips, Curry und Erdbeeren ernähren.