Free Your Mind 

From Negative Bullshit

Ausgerechnet jemand mit einem monatlichen Beitrag zum Thema “Filling Your Hate” rät nun dazu, seinen Kopf von negativen Gedanken zu befreien. Irgendwie paradox, oder? Tatsächlich geht es mir in diesem Beitrag hier nicht darum, dass man nicht mehr meckern soll, sondern vor allem darum, dass man negativen Dingen keine starke Gewichtung geben sollte. Wer mich und meine sozialen Kanäle in den letzten Wochen beobachtet hat weiß, dass ich selbst nicht die beste darin bin! Ich war auch nie die Beste, wenn es ums Thema Selbstliebe ging, aber auch da habe ich die Kurve bekommen. Wie auch schon bei diesem Thema, brauchte es auch beim Thema negativen Gedanken Hilfe von außen. Diese kam zum einen aus meinem persönlichen Umfeld und zum anderen von einer Dame, die mir schon länger folgt.

Die Liebe Miriam! Im Grunde möchte ich sie nicht nur „Follower“ nennen, denn wir haben uns in der Vergangenheit auch schon sehr häufig mal persönlich getroffen und hier und da tiefgründige Gespräche geführt. Miriam ist ein wirklich großartiger Mensch! Bodenständig und zeitgleich verrückt hat sie immer ein offenes Ohr und vertritt sachliche und, aus meiner Sicht, die besten Standpunkte. Am vergangenen Sonntag traf ich Miriam endlich mal wieder persönlich, bei einem Picknick. Kurz bevor ich gehen wollte hielt sie mich noch einmal auf und übergab mir ein Bild – dieses Bild dient nun auch als Titelbild zu diesem Beitrag! „Free Your Mind“ ist der Titel des Bildes. Diesen Prozess des Gedanken Befreiens mache ich nun schon seit einigen Wochen durch und wie es scheint, ist auch jetzt wieder ein Groschen gefallen. Ich hoffe Miriam nimmt es mir nicht übel, aber ich muss euch hier einfach zeigen, was sie auf die Rückseite dieses Bildes schrieb, denn dieser Text hat ihn mir, auf seine eigene Art, etwas bewegt:

 

 

Manchmal ist es überraschend, positiv und negativ, wie unterschiedlich Selbst- und Fremdwahrnehmung sein können. Ich bin also eine starke Frau? Aus meiner Sicht bin ich das meistens eher nicht, denn ich habe viel zu oft noch sehr schwache Momente. Auch das ist der Guten aufgefallen und dass, obwohl ich bis zu meiner Umstrukturierung hier, gar nicht so oft darüber gesprochen habe. Ich bekomme beinahe täglich wirklich nette Nachrichten – es tut aber dennoch gut, wenn man so etwas von einem Menschen liest, der einen sehr lange schon verfolgt und/oder auch schon persönlich getroffen hat! Natürlich sagen auch meine Freunde mir ständig nette Dinge – aber auf irgendeine Art ist das doch was anderes. Braucht man solche „Liebesbriefe“? Eigentlich nicht! Veränderung kommt immer von innen und ist von jedem selbst gemacht. Trotzdem braucht es manchmal den nötigen Anstoß von außen! Aber nicht nur diese nette Geste von Miriam hat etwas bei mir verändert – sondern auch ein zusätzlicher neuer Mensch, der seinen Platz in meinem Leben eingenommen hat oder zumindest auf dem besten Weg dorthin ist. Grade wenn es um zwischenmenschliche Beziehungen geht, bin ich ein schrecklich negativer Mensch. Ich steigere mich hier und da – eigentlich ständig – viel zu sehr in negative Gedanken rein. Aus Angst etwas kaputt zu machen denk ich am Ende zu viel nach und mache genau damit alles kaputt. Ein ständiges wiederkehren ist das! Ich denke, das kennt der eine oder andere von euch vielleicht auch, oder? Man trifft auf einen Menschen, lernt ihn kennen und möchte sich natürlich von Anfang an nur von seiner besten Seite zeigen. Ich bin allerdings ein sehr ehrlicher Mensch und stehe auch zu Beginn schon zu meinen Schwächen und negativen Seiten! Sei es nun, bei Bekanntschaften, Familie oder potentiellen neuen Partnern. Damit habe ich in der Vergangenheit schon den einen oder anderen Menschen vertrieben – einige davon sind zum Glück trotzdem geblieben, so auch dieser!

Man lernt sich also kennen, legt seine positiven UND negativen Seiten offen und trotzdem hört der Kopf nicht auf zu denken! Man denkt sich, dass dieser Mensch etwas ganz Besonderes ist und möchte, dass alles was man zusammen plant irgendwie funktionieren kann und wird. In diesem Fall denke ich das nicht nur, sondern ich will dies auch wirklich – mit aller Kraft! Hauptsächlich führte der Umstand dazu, dass ich in den letzten Wochen viel zu viel Energie in negative Gedanken steckte. Anstatt mich an den positiven Momenten zu erfreuen, hing ich mich gedanklich an dem auf, was Schlimmes passieren könnte. Das geht mir nicht nur bei neuen Begegnungen so, sondern auch ständig im Alltag. Nicht nur ziehe ich mich selbst an meinen eigenen negativen Gedanken hoch, sondern auch an Äußerungen anderer Menschen. Sei es nun, weil andere Menschen schlecht über mich reden und ich das mitbekomme oder, weil ich Nachrichten bekomme, die einen negativen Inhalt haben. Im Regelfall führt dies dazu, dass ich nicht ordentlich schlafen kann, nicht Essen möchte oder schlechte Laune habe. Das wirkt sich natürlich auch auf meine Umwelt aus! Ob ich dies nun möchte oder nicht.

Da sind wir wieder an dem Punkt, an dem es spannend wird. Im Leben trifft man immer wieder auf neue Menschen. Sie lernen dich kennen und machen sich ihr eigenes Bild von dir. Es ist wirklich amüsant, was ich in den letzten Jahren schon so über mich gehört habe, wovon ich bis dahin selbst keine Ahnung hatte. Die wenigsten Menschen haben es dabei jedoch geschafft mich wirklich zum Nachdenken zu bringen. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass ich generell gerade in einem Umbruch bin oder daran, dass der besagte Mensch mich einfach gut versteht. Vielleicht liegt es auch daran, dass wir uns sehr ähnlich sind, aber gewisse Äußerungen dieser Person haben mich so extrem ins Schwanken gebracht, dass ich einige Tage schon über mich selbst grüble. In der Vergangenheit sagten mir bereits einige Menschen, dass ich einen sehr distanzierten Eindruck mache und viel zu oft negative Gedanken äußere. Man könnte nun sagen, dass ich ein klassischer Pessimist bin – dafür sagen mir aber viel zu häufig Menschen, dass ich viel zu positiv denke. Ein Widerspruch in sich! Ich könnte es natürlich auch auf meine Depressionen schieben, aber das wäre irgendwie auch zu einfach.

Du bist viel zu verkopft!

Ein Satz, der bei mir das Fass zum Überlaufen gebracht hat, wie es scheint! Verkopft wie ich bin dachte ich darüber nach. Was bringt es mir eigentlich, ständig negative Gedanken in meinem Kopf zu haben? Was bringt es mir, dass ich mich an negativer Kritik hochziehe? Was genau bringt es mir eigentlich, dass ich Dinge kaputt denke? Nichts. Wobei… Eigentlich bringt es mir sogar sehr viel, aber nichts Positives. Dinge, die so einfach hätten sein können gingen schief oder passierten nie, weil ich Angst hatte den Schritt in die richtige Richtung zu machen. Ich weinte, ich hasste mich und andere – schön ist wirklich anders und seien wir mal ehrlich, wer möchte selbst dazu beitragen, dass nichts oder nur wenig Positives passiert? Im eigenen Leben UND in dem anderer? Niemand. „Jeder ist seines Glückes Schmied!“ – ein Spruch, den meine Großeltern mir schon mit in die Wiege legten und der neuerdings für mich endlich wieder Gewicht, Sinn und Zweck hat. Mehr als die Hälfte meines Lebens habe ich mir die Worte anderer Menschen so sehr zu Herzen genommen, dass ich dadurch lernte mich selbst zu hassen. Es hat sehr lange gedauert, bis ich mich selbst lieben konnte, auch mit meinen Fehlern. Meine Fehler waren das, auf dem alle immer rumritten und genau das auch zu akzeptieren, war sehr schwer. Ich bin leider ein sehr impulsiver Mensch, der viel zu oft, viel zu viel nachdenkt. Vielleicht auch ein Fluch von Intelligenz!   

 

 

Vor rund einem Monat habe ich alle negativen Worte meiner Jugend ignoriert und habe mich bauchfrei aus dem Haus getraut. Das Ergebnis war, dass sich keins meiner ausgemalten Horrorszenarien bewahrheitete und alles gut war. Im Gegensatz zu meinen negativen Annahmen, war sogar alles super und eine sehr einfache, dennoch plakative Aktion in der gestrigen Nacht hat mir mal wieder die Augen geöffnet. Jemand leckte sich den Finger und striff mir damit durchs Gesicht. Diese Geste untermalte die ausführende Person mit dem Satz „Wenn du Bock darauf hast, mach es doch einfach.“ – es folgte der schlimmste innere Kampf, den ich bisher mit mir selbst ausgefochten habe. Ich war kurz davor zu weinen, zu schreien und vor Wut zu kotzen. Ich habe das Gefühl, dass ich nach Knapp 28 Jahren erst jetzt der Mensch bin, der ich mein ganzes Leben eigentlich hätte sein sollen. Das ist wirklich nicht schön, wenn jemand einem mit so einer kleinen Geste den Spiegel vors Gesicht hält und man einsieht oder einsehen muss, dass diese Person auch noch Recht hat. Man selbst hat also Unrecht! Mein innerer Kampf hielt sicherlich über eine Stunde an und endete darin, dass ich einfach tat worauf ich Bock hatte. Ich habe meine negativen Gedanken für einen Moment at Acta gelegt und einfach mal gemacht. Und was soll ich sagen? Was ist passiert? Nichts. Wobei… Eigentlich hat es mir eine Menge Positives gebracht. Nein: Nur. Positives! Die Einsicht kam spät, aber sie kam endlich – und ich hoffe sie hilft dem einen oder anderen von euch ebenfalls etwas umzudenken…