Fischstäbchen

Oder: Ja, genau – keine Vischstäbchen

Hierbei handelt es sich um die Reinkarnation der meisten Kindheitserinnerungen, aber natürlich wurde hierfür kein Fisch in eine Form gepresst! Dennoch sträube ich mich diese veganen Wort-Verunglimpfungen zu nutzen. Vischstäbchen, Valami, Väse, Vozzarella – also.. wirklich? Ich hab das nie verstanden! Tatsächlich scheiden die Geister sich seit Ewigkeiten und einer der Punkte beim Bullshit-Bingo ist der “Warum müssen Veganer das nachahmen was sie nicht essen wollen?”-Satz. Wir alle haben ihn doch schon gehört, oder? Auf diese – zugegeben ziemlich dumme – Frage gibt es eine ganz einfache Antwort: Weil es geil ist! Wieso sollte man auf Dinge verzichten, die man gern isst, wenn man sie ohne Probleme auch ohne einem Lebewesen zu schaden nachbauen kann? Ich für meinen Teil habe Döner geliebt – und Teewurst, Salami, Steak, Schnitzel, Mettwürstchen. Für das meiste davon bastle ich noch an einem guten Rezept, aber mindestens die Hälfte kann ich auch genau so lecker haben ohne Leid. Das ist doch super! 

 

 

 

Und weil ich als Kind schon diese Fischabfälle in Stäbchenform geliebt habe, habe ich jetzt an einem Rezept gefeilt. Das größte Problem war bisher immer die Struktur, denn den fischigen Geschmack bekommt man super schnell und einfach mit Algen gebastelt. Ich hatte bisher immer, wie bei dem Schlemmerfilet, Tofu eingefroren und wieder aufgetaut. Das verändert die Struktur und macht sie etwas faseriger – aber perfekt ist anders! Vor einiger Zeit kam der Pulled Pork Trend auf und irgendein genialer Veganer kam auf die Idee Jackfruit zu nutzen um das ganze vegan nachzuahmen. Beim Anblick der Struktur fiel es mir – im wahrsten Sinne – wie Schuppen von den Augen! Jackfruit hat die perfekt Faserung und wie ihr dem Bild da oben entnehmen könnt, können die Fischstäbchen sich so echt sehen lassen. Man braucht nur eine Menge Geduld! 

 

Für dieses Rezept braucht ihr die junge Jackfruit in Salslake – das ist wirklich wichtig, wenn ihr in den nächsten Asiamarkt stürmt, denn es gibt die Jackfruit auch in Sirup! Ich habe euch hier mal zur Veranschaulichung eine Dose davon abgelichtet – bisher gab es in allen Märkten in denen ich war auch nur diese Sorte. Kostet im Regelfall an die 2€ pro Dose. Solltet ihr keinen Asiamarkt in der Nähe haben oder dieser die Jackfruit nicht führen findet ihr Dosen auf Vorrat relativ günstig auch auf Amazon*. Außerdem benötigt ihr für das Rezept eine Silikonform in Riegelform*. Wer es ganz perfekt haben will sollte außerdem sein eigenes Paniermehl machen. Die gekauften Fischstäbchen sind immer so schön Orange und damit es die hausgemachten auch sind, benötigt es nur ein paar kleine Tricks. Das eigene Paniermehl macht ihr aus einem alten Brötchen, dass ihr mit einer feinen Käsereibe reibt – anschließend wird das entstandene Paniermehl in einer Dose mit einem EL Paprikapulver und einem TL Kurkuma gut durchgeschüttelt. Für die Panade braucht es als Ei-Ersatz nur noch eine Mischung aus 3 EL Mehl, etwas Paprikapulver, Salz und Wasser bis das ganze cremig wird. Schon kann es losgehen!

 

 

Fischstäbchen
Vorbereitung
10 Min.
 


Ergibt: 8 Stäbchen
Zutaten
  • 1 Dose Jackfruit
  • 1 Blatt Nori Algen
  • 4-5 EL Seitan-Fix
  • 1/2 Zitrone
  • Salz
  • Fischgewürz
Anleitung
  1. Die Algen in einem Mixer zu Pulver verarbeiten. Die Zitrone auspressen. Beides in eine Schüssel geben. 

  2. Die Jackfruit von dem nicht faserigen Strunk befreien und in kleine Stücke rupfen.

  3. Die Stücke in die Schüssel geben und mit allen restlichen Zutaten und 50ml Wasser gut vermengen. Salz und Fischgewürz nach Geschmack hinzufügen. Das Seitan Fix am besten am Ende, nach und nach, dazu geben bis die Konsistenz fest wird. 

  4. Die entstandene Masse wird nun in die Riegelform gepresst und über Nacht eingefroren. Für eilige geht das Ganze auch ohne die Form und ohne einfrieren, allerdings ist die Form dann eher "unsauber".

  5. Am nächsten Tag werden die Stäbchen paniert und gebraten.