“Break Habits Not Hearts” – das ist ein Leitspruch den ich so gerne unterschreibe! Heute stelle ich euch Fabian vor. Fabian hat vor gut zwei Jahren das vegane Klamottenlabel Get Infected Fashion gegründet – kennen gelernt habe ich Label und Gründer eigentlich nur durch seinen Bruder Sebastian, der ebenfalls Blogger ist. Aber so manche Begegnungen sind dann einfach doch von Vorteil. Ich mag das Design der Shirts und Beanies sehr. Wem das optische noch nicht reicht, der kann sich von der Qualität überzeugen lassen, denn die Rohstoffe für die Kleidung sind nicht nur vegan sondern auch noch fair und haben sowohl das Peta, als auch das earth positive Siegel. Ich selbst habe eine Beanie von dem Düsseldorfer Label – zugegeben sind auch 20€ für ein fair produziertes und veganes Shirt absolut angebracht und günstig finde ich! Wie es zur Gründung des Labels kam und wer bei Design und Produktion die Finger im Spiel hat, verrät Fabian hier..

 

Wie lange lebst Du schon vegan und wie kam es dazu?

Ich lebe jetzt seit über vier Jahren vegan. Vorher war ich bereits ca. zwei Jahre Vegetarier. Mit dem Thema beschäftigt habe ich mich zum ersten Mal intensiver durch Freunde und dann habe ich eben angefangen mich darüber genauer zu informieren. Bei mir stand von Anfang an der ethische Aspekt im Vordergrund. Ich glaube, dass sich da sehr viele Menschen einig sind, dass der Umgang mit Tieren so wie es eben für tierischen Produkten stattfindet, absolut unmenschlich ist und gegen jede Moral anderen Lebewesen gegenüber verstößt. Das sehen zwar viele sogar ein, schaffen den Schritt in ein veganes Leben aber leider trotzdem nicht.

Fiel Dir die Umstellung damals schwer?

Die Umstellung viel mir tatsächlich nicht allzu schwer. Natürlich ist es eine Umstellung, die wir Menschen als „Gewohnheitstiere“ erst einmal wagen müssen, aber ich glaube wenn man sich mit dem Thema beschäftigt und es im Kopf einmal „klick“ gemacht hat, dann geht es eigentlich recht einfach. Ich habe mich tatsächlich sehr schnell daran gewöhnt. Ich muss aber dazu sagen, dass ich nicht von einem Tag auf den anderen vegan geworden bin. Ich habe das so Schritt für Schritt gemacht. Als ich bereits Vegetarier war habe ich eben ganz bewusst auch angefangen weniger Milch, Eier, Joghurt und Käse zu essen. Und irgendwann habe ich dann ganz bewusst den Schlussstrich gezogen und gesagt: Ab jetzt nur noch 100% vegan! Es verlangt ja auch niemand, von jetzt auf gleich der perfekte Veganer zu sein. Meiner Meinung nach kann das ganze auch ein Prozess sein. Ich denke es fiel mir deshalb nicht so schwer, weil man ja auch viele neue Dinge kennen lernt, die man vorher garnicht kannte. Ich fand die Umstellung sogar eher interessant und auch spannend. Natürlich muss man das ganze auch wollen und immer im Hinterkopf haben, warum man das eigentlich tut. Aber dann ist das meiner Meinung nach kein Problem.

Wie entstand die Idee zu Get Infected Fashion?

Die Idee zum Label hatte ich tatsächlich schon ewig, bevor ich sie dann wirklich mal umgesetzt habe. Da ich auch schon während meiner Schulzeit gerne Designs entworfen habe, lag der Gedanke nicht allzu fern, eben auch seine eigenen Designs auf T-Shirts zu bringen. Irgendwann habe ich mich dann hingesetzt, das erste Design für Get Infected Fashion entworfen und es testweise als Geschenk zu Weihnachten gedruckt. Da es recht gut ankam, habe ich es dann in einer größeren Auflage drucken lassen und über Facebook verkauft. Das war der Anfang von Get Infected Fashion. Dass das ganze dann natürlich auch eine Message nach außen tragen sollte und die Shirts selbst eben auch fair und nachhaltig produziert sein sollten, war eigentlich von Anfang an klar und stand nie anders zur Debatte. Vegan zu leben bedeutet ja nicht nur, dass man sich vegan ernährt. Ich habe mich dadurch auch automatisch mehr mit Nachhaltigkeit und fairem Handel beschäftigt, sowohl bei Lebensmitteln, aber eben auch bei Kleidung.

Wer neben Dir noch seine Finger im Spiel? Wer entwirft, vermarktet und co.?

Neben mir gibt es noch meinen Bruder Seb, der mir immer super bei den Fotoshootings hilft und einige Freunde, die dabei als Model dienen. Vielen Dank an dieser Stelle! Den Rest mache ich alleine, also sowohl die Designs entwerfen, den Shop pflegen, die Bestellungen bearbeiten und verschicken, sowie Werbung. Grade bei neuen Designs hole ich mir aber auch gerne Feedback bei meinem Bruder. Wir arbeiten ja beide in der Designbranche, da kann man sich schon gut ergänzen. Was ich aber auch total gerne mache, ist dass ich die Follower auf Facebook, Instagram und co. direkt frage, was sie sich zum Beispiel mal für eine neue Farbe wünschen oder auch welcher Shirt-Schnitt ihnen besser gefällt. So kann ich die Leute, die die Sachen ja später auch online kaufen können, direkt erreichen.

Ich fürchte einige begreifen noch nicht wieso man zu ethisch korrekten Labels wie Deinem greifen sollte – also erklär doch bitte mal: Wieso ist vegane, biologische und faire Produktion so wichtig?

Ich glaube, dass viele Menschen beim Einkaufen und Shoppen einfach garnicht im Hinterkopf haben, worauf man achten sollte bzw. viele beschäftigen sich auch einfach garnicht damit, wo ihre Kleidung eigentlich her kommt und was das teilweise für Konsequenzen mit sich zieht. Dabei sollte eigentlich jedem klar sein, dass ein T-Shirt für 2€ nicht ethisch korrekt und nachhaltig produziert sein kann – darunter leiden eben sowohl die Menschen, die es produzieren, als auch die Umwelt. Und genau deshalb ist es meiner Meinung nach auch wichtig, dem entgegen zu wirken. Es gibt ja auch genug Hersteller, die zum Beispiel  C02-Neutral mit erneuerbaren Energien arbeiten und bei denen die Menschen faire Löhne erhalten und geregelte Arbeitszeiten haben. Darauf muss man eben auch als Käufer achten. Außerdem kann auch Kleidung natürlich „unvegan“ sein. Zum einen verwenden wir natürlich weder Tierwolle, noch Leder, Seide oder Fell. Außerdem achten wir auch darauf, dass während des Entstehungsprozesses und dem Druck keine Farb- oder Klebstoffe tierischen Ursprungs verwendet werden.

Kannst Du von dem Label schon leben oder ist das eher ein Herzenprojekt neben dem Du weiter Vollzeit arbeitest?

Das wäre schön, aber leider kann ich von dem Label noch nicht leben. Aber das muss auch nicht zwingend sein, denn es macht mir auch so sehr viel Spaß. Es ist tatsächlich eher ein Herzensprojekt, dass ich als Nebenjob gestartet habe und dieses auch vorerst so weiter führen werde. Es ist eine tolle Sache, wenn man positives Feedback zu den eigenen Produkten bekommt. Und es macht Spaß, sich mit dem Label kreativ etwas auszuleben.

Abschließend noch der Blick in die Zukunft: Wo möchtest Du mit Get Infected Fashion noch hin?

Da habe ich eigentlich garkein konkreten Ziele vor Augen. Es wäre schön, wenn ich die Produktpalette weiter ausbauen könnten. Coole neue Designs mit Message, neue Produkte wie z.B. auch Hoodies und Jacken wären super. Und wenn wir zunehmend Leute erreichen und diese für faire und nachhaltige Kleidung begeistern können, ist das eigentlich schon das, was ich mir für die Zukunft wünsche. In gewisser Weise möchte ich mit den Produkten ja auch auf bestimmte Themen aufmerksam machen und ganz unterbewusst zum nachdenken anregen ohne mit dem Finger auf jemanden zu zeigen. Außerdem möchte ich in Zukunft gerne auf der ein oder anderen Veranstaltung vor Ort vertreten sein und so mehr mit den Käufern und Käuferinnen in Kontakt kommen.

Zu dir als Person:

Auf welchen Werten beruhen Deine täglichen Handlungen, Entscheidungen und Pläne?

Ich versuche möglichst so zu handeln, dass ich selbst zufrieden bin und das was ich tue für mich das Richtige ist. Letzten Endes sollte eine Entscheidung vor allem einen selbst glücklich machen, aber trotzdem versuche ich auch Rücksicht auf andere zu nehmen und andere Ansichten zu respektieren. Als Werte fallen mir dazu Dinge wie Ehrlichkeit, Fairness, Freundlichkeit anderen Menschen gegenüber, Respekt und auch Hilfsbereitschaft ein. Außerdem möchte ich möglichst immer positiv durch’s Leben gehen, was mir aber nicht immer gelingt. haha

Welche Hoffnungen hast Du?

Manchmal hoffe ich, dass die gesamte Menschheit irgendwann ihren Verstand besser nutzt und respektvoller mit anderen Lebewesen und der gesamten Welt umgeht. Manchmal habe ich sogar die Hoffnung, dass alle Menschen irgendwann vegan leben oder es zumindest nicht mehr selbstverständlich ist, täglich Fleisch zu essen. Aber dann schaue ich mich im Supermarkt um und glaube mir, dass das wohl noch sehr lange ein Traum bleiben wird.

Und welche Hoffnungen hast Du längst aufgegeben?

Wie in meiner vorherigen Antwort schon gesagt, glaube ich nicht, dass es wirklich jemals so weit kommen wird, dass alle Menschen vegan, fair und nachhaltig leben. Das ist zwar eine schöne Vorstellung, aber ob diese jemals Realität werden wird, wage ich aufgrund der aktuellen Situation leider sehr zu bezweifeln.

Was würdest Du heute Deinem jüngeren ich raten?

Lasse dich nicht so schnell kleinkriegen, zögere nicht zu lange mit Entscheidungen und höre auf deine innere Stimme. Zieh dein Ding durch! Und verbringe mehr Zeit an der frischen Luft, anstatt vor dem Mac. haha

Welcher Job war der schlimmste den Du je hattest?

Das schlimmste was ich mal machen musste, war mein Praktikum in einem 5-Sterne-Hotel: Toiletten putzen und riesige Konferenzräume staubsaugen gehörte definitiv nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen und das möchte ich auch in Zukunft nicht unbedingt nochmal machen. Außerdem musste ich in einer Werbeagentur mal beinahe das Verpackungsdesign für einen Fleischwolf machen. Das fand ich dann irgendwie nicht so toll. haha – Ansonsten musste ich aber was meinen Job angeht bisher keine wirklichen Horrorerfahrungen sammeln.

Was würdest Du selbst für viel Geld nicht tun?

Jemandem zu Unrecht Schaden zufügen oder schlecht machen. Menschen, die mir wichtig sind, verraten. Generell würde ich nichts tun, hinter dem ich nicht selbst stehe.

Wenn Du den Rest Deines Lebens nur noch 3 Dinge essen könntest, welche wären das?

Das ist echt schwer zu beantworten, weil ich so viele verschiedene Dinge gerne esse aber spontan fällt mir dazu ein: Sushi, Sojageschnetzeltes, Linsencurry.