Buddha Bowls – DER Trend, wenn es ums Essen geht. Die meisten haben diesen Trend noch nicht so richtig verstehen wollen. Mir ging es am Anfang ähnlich, aber so langsam werde ich auch zum ‘Addict’. Aber wieso werden diese bunten Schalen eigentlich so gehyped? Was steckt hinter dem Ganzen? Ich hab mich mal schlau gemacht (Ja, ich war wirklich in einer Bibliothek!) und versuche euch zu erklären wo der Name herkommt, was es mit dem Trend auf sich hat und wie ihr ganz einfach eure eigene Bowl zaubern könnt.

Woher kommt eigentlich dieser Name?
Man könnte meinen, der Name entstand, weil man nach dem Verzehr dieser prall gefüllten Schalen selbst einen dicken Bauch hat, wie Buddha. Oder aber, weil die prallen Schalen selbst an Buddha erinnern. Vielleicht auch, weil der Buddhismus generell ja sehr bunt und vielseitig ist? Weit gefehlt! Dieser Name hat nämlich wirklich einen Sinn und der ist bei näherer Betrachtung auch gar nicht so weit her geholt. Der Ursprung dieses Gerichts ist tief im Zen-Buddhismus verankert. Dort nehmen die Mönche gemeinsam das “Ōryōki” ein – die Mönche finden sich schweigsam zusammen um in vollkommener Achtsamkeit zusammen zu speisen. Grundgedanke dieses Ōryōki ist es, dass die Mönche “gerade genug” speisen um ihren täglichen Bedarf zu decken. Für ein Ōryōki besitzt oft jeder der Mönche ein eigenes Set bestehend aus rund drei Schüsseln, Essstäbchen und einer Serviette, alles zusammen gebunden in einem großen Tuch – die größte der Schüssel während dieses meditativen Speisens heißt im japanischen “zuhatsu” oder Buddha Bowl und symbolisiert den Kopf und die Weisheit Buddhas. Der Begriff Buddha Bowl ist also tatsächlich nicht erfunden oder gar eine hippe Bezeichnung für einen großen gemischten Salat. Man besinnt sich während dieser Mahlzeit auf das was Körper und Geist wirklich brauchen. Da kommen wir zum nächsten Punkt.

Was steckt hinter diesem Trend?
So richtig losgetreten haben das Ganze wohl die modernen Instagram-Foodblogger von heute, auch wenn man diese Art des Speisens schon seit hunderten von Jahren im Zen-Buddhismus praktiziert. Wenn man sich die Buddha Bowls im Netz so anschaut fällt aber auch schnell auf, dass sie alle irgendwie ähnlich aufgebaut sind. Das Konzept dieser Schüsseln zielt darauf ab dem Körper alle nötigen Stoffe zu geben, die er braucht – ähnlich wie bei den Mönchen also. So finden sich in den Schüssel nicht nur Proteine und Kohlenhydrate sondern auch massig Vitamine und gesunde Fette wieder. Was diesen Trend aber noch viel sympathischer macht ist, dass man hier quasi eine ansehnlichere Variante von “Reis mit Scheiß” hat – die Buddha Bowls eignen sich nämlich hervorragend um Reste zu verwerten. Wenn man beispielsweise am Vortrag zu viele Kartoffeln gekocht hat oder die Möhren nicht mehr ganz so knackig sind, kommen sie einfach nochmal in den Ofen und finden ihren Platz in der Schüssel.

Was gehört in eine Buddha Bowl?
Im Grunde sind bei dem Inhalt so einer Bowl niemandem Grenzen gesetzt. Man kann sich wahrlich austoben. Wichtig ist nur sich, wie die Mönche, auf das Wichtigste zu besinnen und gesund zu bleiben. In eine Buddha Bowl gehört also weder eine Pizza, noch ein Burger oder dicker Käse. Ich zaubere diese Schüsseln nun schon einige Zeit und habe mir selbst dabei eine Faustregel geschaffen, die natürlich jeder sich und seinen Bedürfnissen anpassen kann. In meine Bowls kommen immer:

  • 25 % Kohlenhydrate: Naturreis, Quinoa, Kartoffeln, Süßkartoffeln, Getreide
  • 25 % Proteine: Tofu, Sojaschnetzel, Kichererbsen, Bohnen
  • 40 % Greens: Gemüse und Obst in mindestens 4 verschiedenen Formen
  • 10 % gesunde Fette: Avocado, Nüsse, Nussmus

On top meist noch frische Kräuter oder Sesam. Wer Angst hat, dass das Ganze zu trocken wird, kann Teile der Lebensmittel auch als Soße verwenden. Ich nutze ganz gerne Nussmuse (Tahini oder Mandelmus) als Basis für Soßen oder Kichererbsen werden zu Hummus verarbeitet. Ob ihr am Ende die ganze Buddha Bowl roh serviert oder Teile davon aus dem Ofen oder dem Topf holt bleibt dabei euch überlassen. Hier gibt es keine Regeln!

Was ist der Vorteil dieser Bowls?
Man hat schirr unendliche Kombinationsmöglichkeiten und isst so nicht jeden Tag das selbe. Selbst, wenn so eine Bowl täglich nur aus Reis, Kartoffeln, etwas Gemüse und einer Avocado besteht – Montags kann der Reis pur sein, die Kartoffeln aus dem Ofen, das Gemüse roh. Dienstags dann der Reis angebraten, die Kartoffel als Brei und das Gemüse aus dem Ofen. Die Zutaten entwickeln in unterschiedlichen Zubereitungen natürlich auch nochmal andere Aromen und Geschmäcker. Ein weiterer Vorteil ist, dass man so eine Bowl gut vorbereiten oder eben aus Resten zaubern kann. Im Regelfall dauert die Zubereitung nicht länger als 20 Minuten – vorausgesetzt man kocht nur Reis oder Kartoffeln und hat den Rest schon fertig. Mal davon ab sind die Schüsseln natürlich auch ein echter Augenschmauß! Damit ihr seht wie einfach der Zauber eigentlich ist, hier nochmal ein Video für euch. Viel Spaß beim Werkeln!