Bianca 

von herzfood

Bianca ist auch wieder einer der Menschen die ich Instagram verdanke! Zum ersten Mal bin ich auf sie aufmerksam geworden, als sie eine Fotoaktion mit Karina gestartet hat. Tatsächlich frage ich mich heute auch, wieso ich da damals nicht mitgemacht habe. Aber glücklicherweise habe ich immerhin Bianca danach im Blick behalten! Auf ihrem Blog herzfood präsentiert sie nicht nur großartige vegane Rezepte sondern tritt zeitgleich auch noch als Lebenscoach auf. Genau das ist sie nämlich! Achtsamkeit, Sport, Ernährung – das alles bringt sie in ihrem Programm unter einen Hut und passt es auf jeden einzelnen Menschen an. Zusätzlich bietet sie auch noch eine Ernährungsanalyse an und gibt damit Hilfestellung für eine längerfristige Umstellung. 

Aber genug von der Theorie und den Jobs – hier geht es ja um den Menschen! Bianca wird im Mai knackige 30 und lebt sogar ganz in meiner Nähe! In Solingen nämlich. Ursprünglich hat sie die Ausbildung zur Zahntechnikerin im Familienbetrieb gemacht, wo sie auch immer noch ein bisschen arbeitet. Seit 2015 ist sie nun aber selbstständig mit herzfood und ist dabei vom Sportmuffel zum Wandertier mutiert! Aber warum möchte ich sie euch eigentlich hier vorstellen? Wie ihr wisst landen hier wirklich nur Menschen die mich auf irgendeine Art beeindruckt oder eben einen dauerhaft guten Eindruck hinterlassen haben. Bei Bianca ist sogar beides der Fall! Sie hat eine so positive Ausstrahlung und Außenwirkung, dass ich mich immer wieder aufs neue freue etwas von ihr zu lesen oder zu sehen. Diese Bloggerwelt braucht mehr so herzliche und ehrliche Menschen! Obendrein liebe ich auch noch ihre Bilder und vielleicht coacht sie ja auch mich mal..

 

 

Wir fangen mit der langweiligen Standardfragen an: Wie bist Du dazu gekommen vegan zu leben?
Ich war schon immer Vegetarierin, habe also schon als kleines Kind weder Fleisch, noch Fisch gegessen und bin sehr dankbar, dass meine (Omni-)Eltern das respektiert haben. Vor 5 Jahren hab ich mit Kraftsport angefangen und mir anfangs Berge an Magerquark reingeschaufelt (Ich dachte das muss so.), bis der mir irgendwann zum Hals raus hing und ich anfing mich zu informieren, ob es da nicht auch andere Wege gibt. So bin ich nach und nach zur veganen Ernährung gekommen, die ich aus moralischer Sicht eigentlich schon lange vorher ausprobieren wollte, aber ich dachte ich könne nicht auf meinen geliebten Käse verzichten.

Fiel Dir die Umstellung schwer?
Nein, gar nicht. Anfangs wollte ich mich in keine Schublade stecken und habe mich bewusst nicht “vegan” betitelt. Ich wollte mir ein Hintertürchen offen lassen, falls die Lust auf Feta doch mal zu groß wird – aber anders als erwartet fehlte mir gar nichts. Und da ich Fleisch und Fisch gar nicht kenne, konnte ich das sowieso nicht vermissen und musste “nur” auf Milchprodukte und Eier verzichten – das war viel einfacher als befürchtet!

Wie kam es dazu, dass Du das bloggen gestartet hast?
Ich liebe es zu schreiben und immer mehr Klienten fragten nach Rezepten, Infos usw. – den letzten Schubs gab mir die Awesome People Conference, durch welche ich anfing mich mit Online Business zu beschäftigen und im Sommer 2016 dann einfach mal den Blog startete. Nie mit dem Wunsch daraus ein Business zu machen, sondern eher um eine Plattform zu schaffen, auf der ich alles teilen kann, was mir so auf dem Herzen liegt.

Du arbeitest als Ernährungsberaterin – wie kam es dazu? Du hörst sicher ab und an mal nicht so schöne Reaktionen von Kollegen – so gestaltet sich das zumindest in meinem Kopf – Ist es schwer im veganen Segment in diesem Bereich zu arbeiten?
Genau genommen als Ernährungscoach – das läuft etwas anders ab als eine Beratung. Im Grunde hat mich das Thema Ernährung & Kochen schon immer interessiert. In der Magerquark Phase war ich so verwirrt, welchen Infos man eigentlich trauen kann und was nur Mythen oder Halbwahrheiten sind, dass ich es einfach besser wissen wollte. So habe ich mich für die erste Weiterbildung (zur Fachfrau für Bio-Gourmet-Ernährung) erstmal nur aus persönlichen Beweggründen entschieden. Mir war zu dem Zeitpunkt aber auch schon klar, dass meine Zukunft nicht in der Zahntechnik liegt und ich auch beruflich gerne anderen Menschen helfen wollte. Ich lebe zwar selber vegan und habe auch einige vegane Klienten, aber bin nicht nur auf die vegane Ernährung spezialisiert. Ich nehme auch Omnis und Vegetarier gerne an und bin da sehr tolerant, deswegen hatte ich auch noch nie Probleme mit Kollegen. Ich freue mich sehr, wenn ich jemanden inspirieren und für die pflanzliche Ernährung begeistern kann, weiß aber auch, dass jeder seinen eigenen Weg geht. Ich mache eigentlich lauter positive Erfahrungen und konnte schon einige Skeptiker überzeugen!

Erzähl uns noch kurz was über das Coaching: wie läuft das Ganze ab und für wen ist es am ratsamsten?
Bei einem Coaching geht es nicht darum einfach nur Wissen zu vermitteln, sondern darum, die Eigeninitiative des Klienten zu stärken und ihn dabei zu unterstützen, die Lösung selber zu finden. Ich biete einerseits eine Ernährungsanalyse an, bei der die aktuelle Ernährung analysiert und optimiert wird und ein offenes Coaching, in dem wir an allen Problemen rund um die Themen Ernährung, Training, Achtsamkeit, Selbstliebe, mentale Stärke arbeiten können. Ein Coaching kann sich ganz unterschiedlich gestalten, je nach Persönlichkeit und Wunsch des Klienten. Wir arbeiten an alten Glaubenssätzen und limitierenden Überzeugungen und nutzen dafür diverse Methoden, unter anderem zum Beispiel Rollenspiele, Meditation und Visualisierungen. Im Grunde ist es so, dass ich als Coach eher die passive Rolle einnehme, deswegen eignet sich ein Coaching nur für die Menschen, die bereit sind aktiv an ihren Problemen, Fragen und Zielen zu arbeiten. Ich bin überzeugt davon, dass wir nur durch unsere eigene Initiative nachhaltig und langfristig Erfolg haben können.

 

 

Gibt es Dinge am vegan sein die Dich nerven oder die Dir schwer fallen?
Ich mag es nicht, wenn Menschen intolerant sind. Ganz egal, ob das Veganer sind, die Polizei spielen und Fehler bei Anderen suchen um darauf rum zu reiten oder Omnis, die mir ihr tolles Fleisch unter die Nase halten, obwohl ich keinen Ton gesagt habe und nie versuche, jemanden zu missionieren.

Was ist Dein persönliches Lieblingsrezept, von Deinen Rezepten – und wieso?
Definitiv die Proteinpfannkuchen und der Teriyaki Tofu. Die Pfannkuchen sind für mich das perfekte Frühstück, süß und eiweißreich ohne dabei eine komische Proteinriegel Konsistenz zu haben – und der Teriyaki Tofu hat unsere Meinung über Tofu revolutioniert, so lecker!

 

Zu dir als Person

 

Welcher Mensch kommt Dir in den Sinn, wenn Du das Wort „Erfolg“ hörst – und warum?
Meine Oma. Sie war Biologin und Chemikerin und Dr.rer.nat, hat aber bis zum Tod sehr erfolgreich als Malerin gearbeitet, weil das ihre Leidenschaft war. Sie ist für mich nicht erfolgreich, weil sie auf der ganzen Welt Ausstellungen hatte, sondern weil sie das getan hat, was sie geliebt hat und das bis zu ihrem Tod mit 88 Jahren, das ist für mich sehr beeindruckend.

Auf welchen Werten beruhen Deine täglichen Handlungen, Entscheidungen und Pläne?
Ehrlichkeit, Toleranz, Liebe, Achtsamkeit und Optimismus.

Welche Hoffnungen hast Du?
Ich würde es nicht Hoffnungen nennen, ich habe gelernt dem Leben zu vertrauen. Ich bin überzeugt davon, dass alles kommt, wie es kommen soll. Dass ich mit jeder Hürde wachsen darf und am Ende alles gut wird.

Und welche Hoffnungen hast Du längst aufgegeben?
Keine!

Was würdest Du heute Deinem jüngeren ich raten?
“Bianca, vertrau dir selbst und dem Leben. Sag nein, wenn du nein fühlst und hör auf dein Herz!” – Ich bereue nichts, hätte es mir mit diesem Rat aber sicher einige Male deutlich leichter machen können.

Welcher Job war der schlimmste den Du je hattest?
Puhh, ich bin ziemlich wohlbehütet im Familienbetrieb aufgewachsen, das ist wohl ziemlich paradiesisch. Und auch meine Jobs in anderen Labors oder Großküchen waren eigentlich sehr human.

Was glaubst Du, nimmt man Dir öfter übel?
Vielleicht, dass ich ein Klugscheißer bin. Definitiv nicht meine beste Eigenschaft.

Was würdest Du selbst für viel Geld nicht tun?
Mich und meine Werte verraten. Ich würde zum Beispiel niemals Produkte verkaufen, die Unsinn sind und den Menschen nur das Geld aus der Tasche ziehen wollen.

Wie sieht die erste Stunde Deines Tages aus?
Ich gehe aufs Klo und ins Bad – Zähne putzen und Gesicht waschen. Trinke einen Kaffee, nehme mir Zeit für mich, schmuse mit meinem Hund Mats, versorge die Tiere (Mats und unsere Pferde) und/oder gehe zum Sport.

Wem wärst Du lieber nie begegnet?
Jede Begegnung war wahrscheinlich für irgendwas gut und wenn es dafür war, dass ich heute die bin, die ich bin.

Wie stellst Du dir Armut vor?
Armut hat für mich nichts mit einem finanziellen Status zu tun. Ich habe keine genaue Vorstellung, aber reich ist, wer glücklich und erfüllt sein kann, ganz egal welche Umstände in seinem Leben herrschen.

Wenn Du eine Stadt wärst, welche wärst Du und wieso?
Sydney, weil sie so aktiv, so schön, so gesund, so vielseitig, so voller Genuss ist. Oder irgendeine Stadt zwischen hohen Bergen und wunderschönem Meer, mit ganz viel Natur und ganz viel Liebe!

Wenn Du als Tier wiedergeboren wirst, welches möchtest du sein?
Bitte ein pflanzenfressendes – und eins, das in Familie Schmidt (bei uns) lebt – ich glaube hier geht’s den Tierchen ziemlich gut!

Welchem Film muss man zwingend gesehen haben?
Ich bin gar nicht so der Filmemensch und hab auf Anhieb keine Empfehlung, aber ich liebe Serien. Zum Beispiel The OA, Sense8, Orphan Black, Dark oder Altered Carbon.

Welche 3 Bücher haben Dich am meisten beeinflusst?
Leben ohne Ende* von George R. Stewart
Die 4-Stunden-Woche* von Timothy Ferris
Du musst dich nicht entscheiden, wenn du tausend Träume hast* von Barbara Sher

Wenn Du den Rest Deines Lebens nur noch 3 Dinge essen könntest, welche wären das?
Hihi, mein Herz sagt Nudeln, Tomaten und Schokolade. Mein Verstand sagt Reis, Kichererbsen und Brokkoli! haha