Wer mich kennt weiß, dass ich gute Fotos liebe! Ich bin eher Mensch für Instagram als für Twitter, weil ich lieber schöne Bilder anschaue als lange Texte zu lesen. Nicht aus Faulheit sondern weil ich gelernte Fotografin bin und daher einfach – um es stumpf zu sagen – Eyegasmus liebe. Und dieses Wort passt hervorragend zu allem was Anna und Patrick fabrizieren. Die beiden stehen mit ihrem Blog ZEIT FÜR VEGAN noch relativ am Anfang und vereinen bisher nur eine kleine Riege Abonnenten um sich – was ich zugegeben mehr als schade und fast schon erschreckend finde! Die zwei liefern nämlich zuverlässig und häufig wirklich hochwertigen Content. Sei es nun in fotografischer Hinsicht oder inhaltlich. Wer das folgende Interview gelesen hat wird auch verstehen wieso ich den Blog so liebe – dahinter stecken nämlich zwei wirklich wunderbare Menschen, die ganz aus meiner Nähe kommen und die ich unbedingt mal auf einen (von ihnen) geliebten Kaffee treffen muss. Seit langem wirklich eine Blogempfehlung meinerseits, die ich jedem durch und durch ans Herz legen kann, will und muss! Ich fürchte ich würde hier nur endlos schwärmen, wenn ich richtig anfangen würde – daher übergebe ich an dieser Stelle das getippte Zepter an Anna und Patrick selbst…

 

Wie bist Du dazu gekommen vegan zu leben?

Anna: Generell habe ich schon immer wenig Fleisch gegessen. Irgendwann kam ich an den Punkt, an dem ich mich mit Ernährung beschäftigt habe. Die Informationen und das Wissen, dass ich mir aus Büchern oder dem Internet geholt habe, hat mich schnell dazu bewegt meine Ernährung komplett tierfrei umzustellen. Ich bin ein 50/50 Veganer. Zum einen überzeugten mich die gesundheitlichen und medizinischen Fakten, zum anderen kann ich mit dem Leid der Tiere und unserer Umwelt nicht guten Gewissens tierische Produkte essen.

Patrick: Ich habe mich mit veganer Ernährung erst auseinandergesetzt, als ich Anna kennen gelernt habe. Allein das leckere, gesunde Essen, dass wir zusammen gekocht haben, hat mich überzeugt und dabei ist es dann auch schnell geblieben.

Fiel Dir die Umstellung damals schwer?

Anna: Überhaupt nicht. Es hat eher Spaß gemacht neue Dinge auszuprobieren und es war bei jeder Mahlzeit ein gutes Gefühl dabei. Es hat Spaß gemacht und man war zufriedener. Ich habe mich schnell besser, fitter und wohler in meiner Haut gefühlt.

Patrick: Eigentlich nicht. Die Ernährungsumstellung ist eher fließend übergegangen. Dadurch, dass wir jeden Tag frisch und vegan gekocht haben, hat es mir an nichts gefehlt.

Wie kam es dazu, dass ihr Zeit Für Vegan gestartet habt?

Da wir beide kreativ unterwegs sind, gerade was das Schreiben und die Fotografie angeht, haben wir mit einer Fotosammlung unserer neu entdeckten veganen Gerichte angefangen. Wir haben eigene Rezepte kreiert und hatten jede Menge Spaß am Ausprobieren. Beim Kochen wie auch beim Fotografieren. So kamen wir dann irgendwann auf die Idee, das alles in einem Blog festzuhalten.

Was würdest du jemandem als Tipp mit auf den Weg geben, der das bloggen beginnen möchte?

Für Tipps ist es noch viel zu früh. Wir sind im Moment selbst noch am Testen und ausprobieren. Was wir aber auf jeden Fall empfehlen können ist: crossmedial zu arbeiten und sich vorher ein grobes Konzept „was man überhaupt machen möchte“ festzulegen. Wir haben zum Beispiel mit Instagram angefangen. Facebook und Pinterest kamen erst später dazu. Wichtig ist seinen eigenen Stil zu finden.

Was ist Euer persönliches Lieblingsrezept von Euren Rezepten – und wieso?

Anna: Hummus Hummus Hummus! Wir können davon nicht genug bekommen. Es gibt so viele verschiedene Varianten und man kann ihn zu allem und mit allem zusammen essen. Wir haben noch gar nicht alle Varianten auf unserem Blog, die müssen wir nach und nach endlich mal einpflegen. Für den schnellen Hunger können wir aber auf jeden Fall noch die Kokos-Linsen- Suppe empfehlen. Übrigens unser erstes gemeinsames Gericht, das wir zusammen gekocht haben und immer noch sehr gerne essen, wenn es mal schnell gehen muss.

Patrick: (lacht)

Gibt es Dinge am vegan sein die Dich nerven oder Dir schwerfallen?

Anna: Eigentlich nicht. Ich bin mit der veganen Lebensweise sehr zufrieden und dann ist mir mein Umfeld und deren Meinung ziemlich egal. Manchmal ist es schwierig unterwegs oder in Restaurants zu essen, wenn die Auswahl begrenzt ist. Aber man merkt den Wandel – gerade in der Großstadt – und so wächst das Angebot nach und nach.

Patrick: Das stimmt. Vor allem, wenn man sich unterwegs zB mal schnell eine Laugenstange oder Brezel kaufen möchte, für den kleinen Hunger zwischendurch, nervt es schon ziemlich, wenn man nirgendwo sieht ob Ei enthalten ist oder nicht und man dann weitersuchen oder erstmal jemanden fragen muss, obwohl man die Brezel vielleicht einfach hätte kaufen können. Genauso wie Produktbeschriftungen wie: Mono- und Diglyceride…ohne Vorkenntnisse weiß doch niemand was er da isst. Ob es vegan, pflanzlich und gesund oder pure Chemie ist.

 

Welcher Mensch kommt Dir in den Sinn, wenn Du das Wort „Erfolg“ hörst – und warum?

Anna: Ich denke an niemand bestimmtes. Erfolg kann so unterschiedlich aussehen. Respekt habe ich vor jedem, der Erfolg hat und diesen zu schätzen weiß. Ob jemand es erfolgreich schafft sich dreimal die Woche aufzuraffen um joggen zu gehen, Erfolg im Job oder im Studium hat. Alleinerziehende empfinden wahrscheinlich jeden Tag, den sie gemeistert haben, als erfolgreichen Tag.

Patrick: „Erfolg besteht darin, dass man genau die Fähigkeiten hat, die im Moment gefragt sind.“ Zitat Henry Ford
Elon Musk erschafft gerade Dinge, die die Welt für immer verändern werden und gehört für mich zu den inspirierensten Persönlichkeit unserer Zeit und dieses Jahrhunderts. Wenn ich es nicht auf eine Person umwälzen müsste, wäre Erfolg für mich einfach nur eine Umsetzung von Maßnahmen.

Auf welchen Werten beruhen Deine täglichen Handlungen, Entscheidungen und Pläne?

Patrick: Levve und levve losse!

Anna: Das sehe ich auch so. Wenn jeder den anderen so akzeptiert wie er ist, läge mehr Harmonie in der Luft und wir könnten uns auf die wichtigen Dinge des Lebens konzentrieren. Extreme einmal außen vorgelassen. Wichtig ist Respekt vor Menschen, Tieren, den Situationen des Alltags, denen man sich stellen muss und auch vor der Umwelt in der wir alle zusammenleben wollen.

Welche Hoffnungen hast Du? Und welche Hoffnungen hast Du längst aufgegeben?

Patrick: Ich war eigentlich schon immer zynischer Realist. Daher hat sich die Frage mir nie gestellt.

Anna: Da muss ich mich wieder anschließen. Ich war schon immer Realist! Jeden Tag nehmen wie er kommt. Nicht hoffen, sondern handeln. Nur wenn man in Bewegung bleibt, wird sich etwas ändern. Man Hand einfach nicht alles in der Hand und muss einfach das Beste daraus machen.

Was würdest Du heute Deinem jüngeren ich raten?

Anna: Von Anfang an selbstsicherer durchs Leben zu gehen und selbstbewusst „sein Ding“ durchzuziehen und hinter seinen Ansichten und Meinungen zu stehen.

Patrick: Sei nicht so faul.

Welcher Job war der schlimmste den Du je hattest?

Anna: Ich habe schon viele verschiedene Sachen gemacht, aber keiner war so schlimm, dass er mir besonders negativ in Erinnerung geblieben ist.

Patrick: Diese Erfahrung musste ich bisher zum Glück noch nicht machen und ich hoffe auch, dass mir das in Zukunft erspart bleibt.

Was glaubst Du, nimmt man Dir öfter übel?

Anna: Es gibt leider öfters mal Situationen in denen ich mich nicht entscheiden kann. Ich glaube das kann ziemlich nerven, wenn jemand eine einfache Frage gestellt hat oder auf eine schnelle Antwort gehofft hat. Ob mir das wirklich jemand richtig übel nimmt weiß ich nicht.

Patrick: Ich bin öfters ungeduldig.

Was würdest Du selbst für viel Geld nicht tun?

Anna: Pelz tragen, Tieren oder Menschen Leid zufügen und ihnen schaden.

Patrick: Meine eigene Meinung ändern.

Wie sieht die erste Stunde Deines Tages aus?

Anna: Wach werden, mich schnell fertigmachen und zur Arbeit hetzen. Ich bin leider morgens immer viel zu spät dran. Am Wochenende sieht das anders aus, da trinke ich erstmal Kaffee und starte in Ruhe und entspannt in den Tag.

Patrick: Meine erste Stunde ist zum Glück das genaue Gegenteil. Ich stehe früh auf und lasse den Tag ganz entspannt starten. Gehe in Ruhe duschen, mache mich fertig und lese in der Küche die ersten Nachrichten bis ich dann losfahren muss.

Wem wärst Du lieber nie begegnet?

Patrick: Ich habe bisher noch keine Begegnung bereut. Jede Begegnung lässt dich neue Erfahrungen sammeln, ob gute oder schlechte.
Begegnungen prägen dein Leben und verändern es. Ob wir wollen oder nicht, sie machen uns um eine Lebenserfahrung reicher.

Anna: Ich könnte hier schon 1-2 Dinge aufzählen, die man bereut oder Personen denen man begegnet ist. Aber da wir alle in diesem Punkt keine Wahl haben und nichts ungeschehen machen können: Nimm es wie es ist und mach das Beste daraus. Aus jeder Situation und Begegnung lernt man etwas. Über andere und noch wichtiger: immer über sich selbst.

Wie stellst Du dir Armut vor?

Anna: Wenn einem die lebensnotwendigsten Dinge wie Lebensmittel, Wasser und Liebe fehlen. Wenn man allein ist und nichts hat, sich Tag für Tag durchkämpfen muss.

Patrick: Ich finde, dass man für ein glückliches Leben keinen Luxus oder ähnliches braucht, aber wenn einem die Lust am Leben und Liebe fehlt, man nicht einmal die notwendigsten Dinge hat um würdevoll zu leben, dann kann man mit Sicherheit von Armut sprechen.

Wenn Du eine Stadt wärst, welche wärst Du und wieso?

Patrick: Köln, weil mein Herz und meine Seele hier lebt. Ich bin in Köln geboren. Köln ist mein Zuhause. Ich habe ein paar Jahre woanders gewohnt und hab Köln vermisst. Ich bin glücklich wieder hier zu sein und genieße die Stadt mit all seinen Facetten jeden Tag.

Anna: Ich schließe mich an, weil ich mir nicht vorstellen kann woanders zu leben. Köln ist mit dem Rhein und seinen wunderschönen Altbauten meine Wahlheimat. Jedes Veedel hat seinen eigenen Charakter, mit netten offenen Menschen um mich herum. Diese Stadt ist wirklich ein „Gefühl“ (Höhner- Hey Kölle du bes e Jeföhl)

Wenn Du als Tier wiedergeboren wirst, welches möchtest Du sein?

Anna: Ein Hund meiner Mum, ich glaube besser kann es einem Tier nicht gehen. Oder ein Vogel, einfach um zu wissen wie es sich anfühlt durch die Lüfte zu segeln und sich vom Wind treiben zu lassen. Das muss ein unglaubliches Gefühl von Freiheit sein.

Patrick: Ein Fuchs muss tun was ein Fuchs tun muss!

Welchen Film muss man zwingend gesehen haben?

Patrick: Kings of Rock – Tenacious D

Anna: Die Frage fällt mir schwer. Ich schaue kein Fernsehen. Wenn ich mir doch mal etwas anschauen möchte, dann sind das ausgewählte Serien, Dokumentationen oder Filme die mich aus bestimmten Gründen interessieren, die ich kritisch anschaue und für mich einen Mehrwert haben. Den Quatsch im TV kann ich mir einfach nicht anschauen.

Welche 3 Bücher haben Dich am meisten beeinflusst?

Patrick: The China Study, Elon Musk: Tesla, SpaceX, and the Quest for a Fantastic Future, BLACKOUT – Morgen ist es zu spät.

Anna: Schwierige Frage. Ich habe immer sehr viel aus verschiedenen Genres gelesen und schon hunderte Bücher verschlungen. Ich denke man nimmt aus jedem, noch so belanglosem Buch, etwas mit.
Wenn Du den Rest Deines Lebens nur noch 3 Dinge essen könntest, welche wären das?

Patrick: Avocado, Tahin und Kichererbsen, sollte ein klasse Hummus werden.

Anna: Wenn Patrick Hummus macht, würde ich dazu eine leckere Bowl aus verschiedenen Gemüsesorten und Hülsenfrüchten mit frischem Brot und Satésoße machen.