Jung und fair. Vegane Mode mit Herz und Liebe für Illustrationen. Als überzeugte Veganer haben wir uns vorgenommen kreative Motive auf fair gehandelte und ökologisch produzierte Textilien zu drucken. Kreative Illustrationen mit Botschaft und mit einer Vorstellung für eine bessere Welt. Kein Tier, kein Mensch, kurzum: kein Lebewesen soll für unsere Produkte leiden müssen. Unsere Motive werden mit wasserbasierten, veganen Farben per Siebdruck auf fair gehandelte und ökologische Textilien gedruckt. Bereits seit 2014 setzen wir uns mit unserem Label für faire und ökologisch korrekte Textilien ein. Fairwear und Bio-Baumwolle sind von Anfang an die Grundlage für unsere Produkte.

Das erste Blogger-Interview in meiner neuen Rubrik möchte ich von jemand ganz besonderem veröffentlichen – nämlich Jan! Ihr fragt euch jetzt sicher wer Jan ist? Jan ist ein ziemlich cooler Typ, aber nicht nur das! Vor (ich glaube) 2 Jahren habe ich auf einem veganen Baser sein kleines Label Rabbit Revolution entdeckt und schleppe seither nur noch seine Beanies. Es gibt wenige Kleidungsstücke die für mich so unverzichtbar sind wie mein BunnyBeanie und die neue Animal Liberation-Blümchen-Beanie. Aber hinter Rabbit Revolution stehen eben auch diese zwei wunderbaren Mensch – Jan führt das Label zusammen mit seiner Freundin Natalie und es ist immer wieder eine Freude die beiden an ihrem Stand zu treffen. Und da sind wir an dem Punkt, an dem dieses Interview für mich spätestens zu etwas ganz besonderem wird. Zum einen teile ich in vielen Punkten seine Sichtweise und wir lieben beide die selbe Band (Das musste gesagt werden!) – zum andern ist er ein wahrer Künstler! Ich liebe die Illustrationen aus seiner Hand und obwohl ich selbst Lettere und Zeichne, wäre ich froh ich hätte so ein Talent wie er. Schaut euch seine gezeichneten Rezepte unbedingt an! Denn Jan bloggt auch unter dem Synonym umsturzvegan – und seinen Blog kenne und liebe ich nun auch schon seit einigen Monden. Nicht nur wegen der Zeichnungen sondern wegen seiner ehrlichen und offenen Art die wichtigen Dinge anzusprechen. Der Blog ist kein typischer Rezepte-Blog sondern eher alles was man gerade zum Start in ein veganes Leben braucht. Aber wie Label und Blog zusammen hängen erzählt er euch hier…

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Wie bist Du dazu gekommen vegan zu leben?

Meine Freundin plante das Jahr 2013 komplett vegetarisch zu starten. Ich war damals, zumindest beim Auswärtsessen, absoluter Fleischfanatiker und von der Idee nicht wirklich begeistert. Aber da wir selbst selten Fleisch zum Zuhausekochen gekauft haben, hab ich mich einfach mal ein wenig in die Gründe für Fleischverzicht eingelesen und Dokus geschaut. Neben den ethischen Fragen war dazu aber in erster Linie die gesundheitliche Schiene der Haupttreiber. Eine damalige Arbeitskollegin empfahl mir den Blog von Simone Sombecki (der Moderatorin von Tiere suchen ein Zuhause), die im gleichen Zeitraum von Vegetarisch auf Vegan umgestellt hat. Das hat mich dann so motiviert, dass ich mir Bücher und Kochbücher bestellt habe und mit einer Challenge ins Jahr 2013 und damit ins vegane Leben gestartet bin.

Fiel Dir die Umstellung damals schwer?

Erstaunlicherweise absolut nicht. Die Zeit vor dem Umstieg und die Gespräche mit Freunden und der Familie waren das Schwerste. Es war eher aufregend in diese vollkommen neue Welt einzutauchen.

Wie kam es dazu, dass Du das Rabbit Revolution ins Leben gerufen hast?

Ich illustriere und zeichne schon seit ich denken kann. Als dann auf dem Blog (damals hab ich mehr Figuren und Tierrechtsmotive gezeichnet als heute) die ersten Anfragen nach Shirts mit meinen Motiven kamen, begann ich mich mit der Idee zu beschäftigen vegane Textilien mit meinen Arbeiten zu bedrucken. Bei einem Besuch in Berlin und nach einem Gespräch mit Nicole Just war dann schnell alles klar. Nach der Rückkehr nach Düsseldorf haben wir direkt ein Gewerbe angemeldet und das Label gegründet.

Hattest Du damals Angst vor der Selbstständigkeit?

Wir sind und waren mit dem Label nie komplett selbstständig. Rabbit Revolution ist immer eher ein Freizeitprojekt gewesen. Zwar haben wir mal mit dem Gedanken gespielt uns nur noch auf das Label zu konzentrieren. Aber aufgrund von privaten Gründen haben wir uns dann eher für die Sicherheit entschieden. Also arbeiten wir weiterhin in Festanstellungen und betreiben alles neben der Arbeit. Eine Selbstständigkeit ist aber nicht ausgeschlossen. Aber dann wahrscheinlich nicht mit Rabbit Revolution…

Wo möchtest Du mit Deinem Label noch hin?

Das ist gerade eine sehr aktuelle Frage. Wir sind dabei Rabbit Revolution von Grund auf neu zu gestalten. Wie genau die Zukunft aussieht kann ich noch nicht verraten, weil ich es selbst nicht genau weiß. Aber wir arbeiten aktuell mit sehr guten und zertifizierten Partnern an einer Neuausrichtung. Wir haben einfach festgestellt, dass der Textilmarkt in der veganen Szene aktuell mit sehr guten Marken von korrekten Menschen besetzt ist, die mehr Zeit und Herzblut in ihre Arbeit stecken, als wir es derzeit leisten können. Gerade NRW ist mit sehr starken Labels wie Roots of Compassion, Roka Fair Clothing und Motte Klamotte in der Szene vertreten. Wir schätzen die Teams hinter den Labels sehr und glauben, dass Rabbit Revolution in der Riege aktuell nicht mithalten kann. Wir werden die Hasenrevolution aber nicht sterben lassen, sondern uns neu orientieren.

Und wie kam es dazu, dass Du das bloggen bei umsturzvegan gestartet hast?

Ich habe bereits vor meinem Umstieg auf die vegane Ernährung auf verschiedenen kleinen Blogs meine Ideen ins Internet geschrieben. Um mich beim Umstieg dauerhaft zu motivieren und alles Neue für mich und andere in einer ähnlichen Situation zu dokumentieren habe ich mit umsturzvegan angefangen.

Gibt es Dinge am vegan sein die Dich nerven oder die Dir schwer fallen?

Der Umgang mit anderen Veganern ist manchmal eine Herausforderung. Mit den „Ich bin veganer als du!“-Veganern habe ich so meine Probleme. Anstatt die Leistung anderer Menschen zu würdigen, die den Umstieg auf vegan in Betracht ziehen, wird demotiviert und verbal auf andere eingeprügelt. Dadurch werden viele Interessierte direkt abgeschreckt. Ich versuche selbst einen möglichst politischen Veganismus zu leben, der über das Essen hinausgeht, weil Veganismus für mich eben mehr bedeutet. Aber andere tun das nicht und das muss ich respektieren. Über Gespräche und das Teilen von Informationen kommt man deutlich weiter, als mit Hass.

Und was das Essen angeht: auf Fleisch zu verzichten ist gar kein Problem. Da gibt es mittlerweile so viel gutes, was in Textur und Geschmack an die tierischen Produkte ran kommt. Aber Fisch hat bisher noch nicht so wirklich geklappt. Dabei fehlt mir eigentlich nur ein Matjesbrötchen. Wenn da jemand ein gutes veganes Rezept oder ein passendes Produkt hat: immer her damit!

Zeit für ein bisschen persönlichere Fragen!

Welcher Mensch kommt Dir in den Sinn, wenn Du das Wort „Erfolg“ hörst – und warum?

Oh da muss ich überlegen. Zum einen im veganen Bereich ganz sicher Nicole Just oder auch Katrin und Daniel von bevegt. Sie haben ihren Traum verfolgt und schaffen es von ihrer Arbeit im veganen Bereich zu leben. Dabei sind sie so viel sympathischer als manch anderer, der die vegane Idee im Mainstream vornehmlich repräsentiert.

Abseits davon: Walter Moers. Kaum jemand kennt ihn persönlich, aber fast jeder kennt seine Arbeiten. Egal ob Käpt‘n Blaubär oder das kleine Arschloch. Er ist ein großartiger Autor, der es geschafft hat Menschen mit seiner Arbeit zu berühren. Das ist in meinen Augen purer Erfolg.

Auf welchen Werten beruhen Deine täglichen Handlungen, Entscheidungen und Pläne?

Ich denke der Satz „Was du nicht willst, dass man dir tut, das füg auch keinem andern zu!“ trifft es ganz gut. Offenheit, Toleranz und Respekt vor anderen Lebewesen sind die  Grundlage für meine Entscheidungen. Denn genau das erwarte ich auch von anderen Menschen mir gegenüber.

Welche Hoffnungen hast Du?

Dass Tiere irgendwann nicht mehr für ihr Fleisch oder ihre Milch, ihr Fell oder was auch immer gequält und getötet werden und in Frieden leben können. Jetzt mag das vielleicht utopisch klingen, aber ich denke im nächsten Jahrhundert werden die Omnivoren deutlich in der Minderheit sein. Ohne Veganismus kann der Mensch, kann die Erde nicht überleben.

Und welche Hoffnungen hast Du längst aufgegeben?

Dass ich das alles noch erleben werde. Außerdem hab ich mich damit abgefunden nie mehr mit einer Band vor vielen Menschen auf der Bühne zu stehen. Ich glaube der Zug ist seit einigen Jahren abgefahren.

Was würdest Du heute Deinem jüngeren ich raten?

Bleib dran und geb nicht auf! Und lass Dir von anderen nie einreden Du oder Deine Arbeit wären schlecht. Nimm es als Anreiz besser als sie zu werden. Außerdem: Iss mal gesünder, lass das Fleisch weg und meld Dich bloß nicht vom Rennradverein ab! haha

Welcher Job war der schlimmste den Du je hattest?

Mit 14 hab ich mal Zeitungen ausgetragen. Zwei mal die Woche nach der Schule. Egal bei welchem Wetter. Das war echt ziemlich mies. Gemessen an der Bezahlung, war das echt ein Drecksjob. Aber dafür war ich draußen unterwegs und hatte was zu tun. Mein Zivi in der Haustechnik eines Düsseldorfer Krankenhauses war auch ein großer Griff ins Klo.

Was glaubst Du, nimmt man Dir öfter übel?

Gute Frage. Da bin ich echt nicht der beste Ansprechpartner. Ich schweife gerne aus und rede zu viel. Damit geh ich sicher vielen Menschen auf die Nerven.

Was würdest Du selbst für viel Geld nicht tun?

Rechts wählen und Fleisch essen.

Wie sieht die erste Stunde Deines Tage aus?

Der Lichtwecker weckt mich gegen halb 8, dann geht’s kurz ins Bad und danach direkt zu den Kaninchen. Einmal schauen, ob alles OK ist, den beiden Frühstück geben und dann nochmal ins Bett. Wieder einkuscheln und ein wenig träumen mit offenen Augen. Die aktuellen Nachrichten und Statusupdates in den (a)sozialen Netzwerken checken und durch meinen Twitterfeed scrollen. Anschließend fertig machen, anziehen und einen Schokoshake zum Frühstück mixen (meist mit Hafermilch, Kakao, Tahin, Vanille, Leinsamen, Spinat und Datteln). Dann ab aufs Rad und zur Arbeit fahren.

Wem wärst Du lieber nie begegnet?

Schwere Frage. Auf der persönlichen Ebene gibt es sicher ein paar Menschen, die ich nicht unbedingt noch einmal wieder sehen möchte. Aber sie waren in der Zeit, in der wir uns begegnet sind immer richtungsweisend.

Wenn Du eine Stadt wärst, welche wärst Du und wieso?

Kopenhagen. Ohne Frage die schönste Stadt, die ich bisher besucht habe. Sie ist meiner Heimat Düsseldorf sehr ähnlich aber noch viel offener und gemütlicher. Als ich bei meinem Besuch damals in der Stadt aus dem Zug stieg, hab ich mich direkt Zuhause gefühlt. Außerdem gibt es dort das alternative Viertel bzw. der Freistaat Christiania mitten im Stadtkern. Sicher auch keine Oase des Glücks, aber es zeigt, dass alternative Lebensarten auch mittendrin möglich sind.

Wenn Du als Tier wiedergeboren wirst, welches möchtest du sein?

Kaninchen wäre wohl die erwartete Antwort. Aber tatsächlich wäre ich gerne ein Vogel. Diese Tiere werden, genau wie Kaninchen, oft sehr unterschätzt. Vögel sind intelligent und kreativ und sie haben so viele Winkel, aus denen sie die Welt sehen können.

Welche Filme muss man zwingend gesehen haben?
Spielfilm: Fight Club – Dokumentation: Earthlings & Gabel statt Skalpell

Welche 3 Bücher haben Dich am meisten beeinflusst?
Heinrich Heine – Deutschland ein Wintermärchen & Buch der Lieder
Karen Duve – Anständig Essen
Walter Moers – Das Labyrinth der träumenden Bücher

Wenn Du den Rest Deines Lebens nur noch 3 Dinge essen könntest, welche wären das?
Burger, veganen Döner und Schokolade (Riegel und Eis)!